Experten des Informationsportals „InformNapalm“ sammelten in einer großen Datenbank Beweise, dass russische Soldaten im Donbass sind

Experten des Informationsportals „InformNapalm“ sammelten in einer großen Datenbank Beweise, dass russische Soldaten im Donbass sind
28. August 2015.

Kiew, 28. August 2015 – Das Projektportal „InformNapalm“ erstellte eine strukturierte Datenbank in Form einer Google-Tabelle, die Beweise enthält, dass in 115 Fällen russische Soldaten in der Ostukraine anwesend waren. Die Datenbank umfasst Links zu Artikeln, in denen die russische Anwesenheit im Donbass ausführlich analysiert wird und dazu Fotos und Videos als Beweise aufführen. Die Plattform ist mehrsprachig. Derzeit dauern die Übersetzungen in andere Sprachen des Portals an. In der Tabelle sind Daten über die entdeckten Truppenteile aufgeführt, sowie Zeitangaben zu Zwischenfällen (sofern sie ermittelt werden konnten) und eine Klassifikation über die Umstände, die die Einheiten entdeckt wurden, die an dem jeweiligen Zwischenfall beteiligt waren. Darüber berichtete Gennadij Kornew, Mitglied des Redaktionsteams bei „InformNapalm“, während einer Pressekonferenz im Ukrainischen Crisis Media Center.

Die vorherrschende Informationsquelle besteht aus Fotografien russischer Soldaten in sozialen Netzwerken, wo mit Hilfe der Geotagging-Funktion ihre Position heraufgefunden werden kann. Wenn die Geotagging-Daten fehlen, wird versucht, den Standort mittels einer besonderen Technik zu bestimmen, wie zum Beispiel durch Geländeeigenschaften oder andere charakteristische Merkmale. Die Experten von „InformNapalm“ verwenden auch Informationen, die in russischen Medien genannt werden.

„Wir hatten einen Fall, als ein Betreiber eines russischen Senders ein Video über eine Militärbasis aufnahm und dort stand im Hintergrund ein weißer Volvo […]. Und später zeigte sich, dass gerade dieser Volvo dazu genutzt wurde, um den BUK abzutransportieren, der MH17 [die malaysische Boeing] abschoss“, berichtete Gennadij Kornew.

Die Einheiten der russischen Truppenteile werden nach Nummern und allen Zwischenfällen eingestuft, an denen Soldaten einer konkreten Einheit beteiligt waren. Bisher sind es 60 Einheiten, hauptsächlich motorisierte Schützendivisionen und Luftlandungstruppen.

Die Datenbank ist nicht vollständig und wird ständig ergänzt. Laut Angaben der Verfasser finden sich immer Leute, einschließlich Russen, die helfen wollen, um die Technik, das Gelände oder eine Person zu identifizieren, sobald das Portal Informationen über ein bestimmtes Ereignis online stellt. „Wenn die Anzahl der Zwischenfälle in unserer Datenbank über 1.000 erreicht, kann man von einer systematischen Analyse sprechen“, sagte Gennadij Kornew. Das Projekt wird vollständig auf freiwilliger Basis umgesetzt. An ihm sind Aktivisten aus der gesamten Ukraine beteiligt, einschließlich aus den vorübergehend besetzten Gebieten, sowie führende ukrainische Militärs.

Zur Datenerfassung werden auch mehrere Archivierungsdienste verwendet, die auf der ganzen Welt als Beweisgrundlage in Strafprozessen eingesetzt werden.

Nach Angaben von Nikolaj Balaban, ein weiteres Mitglied des Redaktionsteams bei „InformNapalm“, ist diese Datenbank die größte strukturierte Basis, welche die russische Anwesenheit im Donbass beschreibt. Die Datenbank erlaut es, die Dynamik und gewisse Trends zu beobachten. „Die Philosophie von „InformNapalm“ besteht darin, dass wir keine „abschließende Informationstabelle“ vorlegen wollen, sondern [sagen], wie es ist. Unsere Leser sollen aus dem, was sie sehen, ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen“, sagte Nikolaj Balaban.

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Auf Grundlage von 50 Fällen erstellten die Experten von „InformNapalm“ eine Infographik, auf der man die Verlegung von russischen Truppenteilen von ihrem Heimatstandort bis zu ihrem Bestimmungsort im Donbass nachvollziehen kann. „Diese Visualisierung zeigt, wie viele russische Militäreinheiten sich tatsächlich in der Ukraine befinden. Dies ist keine leere Behauptung: hinter jeder dieser Kurven steckt ein Artikel mit einer ausführlichen Analyse […], wie und warum diese Leute dorthin kamen“, betonte Gennadij Kornew.

Nach Angaben von Nikolaj Balaban arbeitet das Portal aktiv mit den Rechtsschutzorganen und dem Geheimdienst der Ukraine zusammen. Das ukrainische Außenministerium plant auch, diese Materialien während einer öffentlichen Sitzung bei der UNO als Beweis der russischen Aggression und der Anwesenheit der russischen Armee in der Ukraine zu verwenden. Gennadij Kornew ergänzte, dass die Analyse des Traffics für die Website zeigt, dass die Seite von „InformNapalm“ von ausländischen diplomatischen Institutionen, sowie den europäischen und amerikanischen Verteidigungsministerien aktiv gelesen wird.

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