Die Situation in den vorrübergehend besetzten Gebieten im Donbass verschärft sich. Es gibt Informationen über die Vorbereitung einer Offensive gegen die ATO-Kräfte – Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums

Die Situation in den vorrübergehend besetzten Gebieten im Donbass verschärft sich. Es gibt Informationen über die Vorbereitung einer Offensive gegen die ATO-Kräfte – Aufklärung des ukrainischen Verteidigungsministeriums
12. Februar 2016.

Kiew, 12. Februar 2016 – Die Situation in den vorübergehend besetzten Gebieten im Donbass verschärft sich. Das erste und zweite Militärkorps (1. und 2. MK) führen aktive Kampfvorbereitungen entsprechend den Plänen des südlichen Militärbezirks von den russischen Streitkräften durch, sowie Aufklärungstätigkeiten mit Drohnen. Außerdem werden den Soldaten militärische Geräte geliefert, sowie hauptsächlich Munition und Treibstoff. Darüber berichtete Wadym Skybyzkij, Vertreter der Hauptverwaltung des ukrainischen Nachrichtendiensts im Verteidigungsministerium, während einer Pressekonferenz im Ukrainischen Crisis Media Center.

„Unter dem Personal des Gegners rumort weiterhin das Gerücht, dass eine Offensive auf die Kräfte der Antiterroroperation durchgeführt werden soll“, betonte er.

Wadym Skybyzkij berichtete, dass die Positionen der ukrainischen Armee innerhalb einer Woche von den Freischärlern 385 Mal beschossen wurden, einschließlich unter Verwendung von 82- und 120-Milimeter Granatwerfern. Durch „Friendly Fire“ kamen 6 russische Soldaten ums Leben und 12 wurden verletzt. Vor diesem Hintergrund behindern die illegal bewaffneten Gruppen weiterhin die Arbeit der Special Monitoring Mission von der OSZE.

„Am 7. Februar wurde den Beobachtern der OSZE-SMM die Durchfahrt zu führenden Positionen der sogenannten 9. Sondermotorisierten Einheit des 1. MK in Richtung der Ortschaften Wodjane und Pischtschewyk verboten“, berichtete der Vertreter der Hauptverwaltung des ukrainischen Nachrichtendiensts im Verteidigungsministerium.

Laut Angaben des Nachrichtendienstes wurden zwischen dem 5. und 11. Februar im nicht von der Ukraine kontrollierten Gebiet 33 Fälle von Ausrüstungen und Militärtechnik festgehalten, die eigentlich von der Demarkationslinie auf eine bestimmte Entfernung abgezogen sein sollten. So befanden sich 35 Panzer und 4 Granatwerfer in den Bezirken der Ortschaften Horliwka, Donezk, Sorinsk, Enakiewe, Makejewka, Mychajliwka, Kalyniwka, Kirowske, Poljowe, Schiroka Balka und Jubilejne; 18 Artilleriesysteme und selbstfahrende Artillerieanlagen in den Bezirken der Ortschaften Bile, Horliwka, Donezk, Kalyniwka, Perewalsk, Sachanka und Tores; sieben 122-Milimeter Mehrfachraketensysteme „GRAD“ in den Bezirken der Ortschaften Besymjanne, Donezk, Horliwka, Snamenka, Snischne, Stachanow und Tores; und zwei 300-Milimeter Mehrfachraketensysteme „Smertsch“ bei der Ortschaft Korsun.

Wadym Skybyzkij berichtete, dass das 1. und 2. MK seit 8. Februar im Rahmen des einheitlichen Operativ- und Kampfvorbereitungssystems der russischen Streitkräfte aktiv trainiert werden.

„Die Hauptaufmerksamkeit liegt auf Offensiven und Gegenoffensiven. Die Konzentration von Militärtechnik des Gegners während der Übung wurde durch Satellitenaufnahmen von dem Übungsplatz in der Nähe der Ortschaft Mospino bestätigt“, sagte er.

Außerdem führte Wadym Skybyzkij Daten auf, laut denen in der vergangenen Woche zirka 30 LKW-Einheiten mit Munition und Militärausstattungen in das vorübergehend besetzte Gebiet in der Ukraine gebracht wurden, darunter: Militärtechnik mit Soldaten, drei gepanzerte Militärtransporte, BMP-Panzer, Sondermotorisierte Einheiten, D-30-Haubitzen, Militärfahrzeuge „Ural“, bis zu 300 Tonnen Munition und über 300 Tonnen Treibstoff. Ein weiterer Militärtransport lieferte 250 Tonnen Munition, einschließlich 122-Milimeter  und 152-Milimeter Artillerie- und 125-Milimeter Panzergeschosse, sowie Panzerabwehrraketen.

Nach Angaben des Vertreters der Hauptverwaltung des ukrainischen Nachrichtendiensts im Verteidigungsministerium fehlt es in der sogenannten „LVR“ an einer Kommandostruktur. Zur Lösung dieses Problems wurde bei der Luhansker Staatsuniversität für innere Angelegenheiten ein sechsmonatiger Kurs zur Vorbereitung von Offizieren organisiert. Außerdem werden Studenten aus den Militärhochschulen für eine Mobilisierungsreserve vorbereitet.

„Im Fall einer starken Verschärfung der Situation werden die Absolventen der Militärhochschulen zum regulären Dienst einberufen, um die Gliederungen des 2. MK aufzufüllen. Seit Anfang Mai fordert die „Führung“ der selbstausgerufenen Republiken Männer über 18 Jahren auf, schnellstmöglich in den Militärdienst einzutreten“, berichtete Wadym Skybyzkij.

Er merkte an, dass je näher die Wahlen in den sogenannten „DVR“ und „LVR“ rücken, die Führung der selbstausgerufenen Republiken plant, die Informationskampagnen zu verstärken, um die ukrainische Führung und die ukrainischen Streitkräfte zu diskreditieren.

Teilen auf soziale Netzwerke

Twitter