Kiew
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“Die Kinder des Donbass” – ein Film über die Minengefahr für Kinder

Kiew, 23. Februar 2017.

Während des seit drei Jahren andauernden bewaffneten Konflikts im Osten der Ukraine ist eine ganze Kohorte von “Kindern des Krieges” entstanden. Sogar in den befreiten Gebieten treffen sie auf Blindgänger in Form von Minen und Granaten. Laut dem Staatlichen Katastrophenschutz in der Region Donezk wurden seit 2016 mehr als 205.000 explosive Gegenstände entschärft. Es gibt allerdings keine zuverlässigen Quellen darüber, wie viele Kinder durch Blindgänger verletzt wurden. Der Film “Die Kinder des Donbass” erzählt von den einheimischen Kindern, denen beigebracht wird, wie sie mit der Gefahr umgehen sollen.

Kinder sind sich der Gefahren bewusst

“Die Kinder, die in der Konfliktzone leben, kennen sich gut mit dem explosiven Zeug aus. Wenn man Kinder im Kindergarten fragt, was man alles gefährliches im Wald finden kann, sagen sie: Sprengfallen, Bomben und Granaten”, sagte Olena Roswadowska während der Filmpräsentation im Ukraine Crisis Media Center. Sie ist eine der zentralen Figuren des Films und freiwillige Helferin und nimmt an Programmen der Schweizerischen Stiftung für Minenräumung teil.

Eine weitere Hauptfigur des Films is Oleksij, ein Junge aus einem Dorf nahe Pisky. Der Junge fand einen Zünder für eine Granate und verlor drei Finger, als er damit spielte. “Es ist fürchterlich, wenn der Krieg sich an den Seelen der Kinder vergreift. Die Folgen sind schrecklich. Mit diesem Film wollen wir die Öffentlichkeit nochmal daran erinnern, dass diese Kinder gerettet werden müssen. Die Menschen gewöhnen sich an die Nachrichten von der Front und sehen hinter den Statistiken keine Menschenschicksale mehr”, sagte der Regisseur des Films Taras Tomenko.

Erläuterungen über Minen

Kindern wird in Kindergärten und Schulen im Unterricht, spielerisch oder auch mit Cartoons vermittelt, wie sie mit unbekannten, möglicherweise explosiven Gegenständen umgehen sollen. Ihnen wird beigebracht, zwischen verschiedenen Arten von Minen zu unterscheiden und Erwachsenen von ihrem Fund zu berichten. “Während des Unterrichts halten wir strengstens alle Sicherheitsstandards ein. Wir haben die Gegenstände nicht berührt, um den Kindern nicht den Eindruck zu vermitteln, dass man sie anfassen kann”, sagt Roswadowska. “Den richtigen Umgang mit den Blindgängern beizubringen ist eine der wichtigsten Aufgaben beim Engagement für Minenräumung. Es ist wichtig, selbst den Jüngsten klarzumachen, wie man mit explosiven Gegenständen umgehen muss: Stop, entferne dich, erzähl es deinen Eltern”, sagt Michael Barry, Programmleiter der Schweizer Stiftung für Minenräumung in der Ukraine.

Fehlender Rechtsrahmen

Doch der Unterricht über Minen ist nur ein Teil des Engagements zur Minenräumung, das vor allem von internationalen Organisationen gefördert wird. In der Ukraine gibt es derzeit keine Gesetze, die eine Betätigung im Bereich der Antipersonenminen regeln würden. Unklar ist auch, welche Behörde für diese Arbeit verantwortlich sein wird.

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