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Die Tragödie von Odessa: Ein Film schildert die Ereignisse vor drei Jahren

Die Tragödie von Odessa: Ein Film schildert die Ereignisse vor drei Jahren

Erstmals wurde der Film “Die Tragödie von Odessa: Blutige Spur des ‘Russischen Frühlings’” vor fünf Monaten vom ersten Kanal des ukrainischen Fernsehens “UA:Perschyj” ausgestrahlt. Seitdem hat der von Journalisten aus der Stadt am Schwarzen Meer produzierte Film über die Ereignisse in Odessa vom 2. Mai 2014 auf YouTube und Facebook rund 250.000 Zuschauer erreicht.

Der Film zeigt, wie im Frühjahr 2014 in der “Hauptstadt des Südens der Ukraine” der Versuch misslang, eine “Volksrepublik Odessa” zu schaffen, ähnlich den “Volksrepubliken Donezk und Luhansk” im Donbass. Der Plan hatte zum Ziel, den Süden der Ukraine zusammen mit jenen Regionen im Osten der Ukraine vom übrigen Land abzutrennen. Aber es kam anders. Journalisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens schildern in dem Film, wie es in Odessa zu Massenunruhen mit vielen Toten gekommen war, nachdem die Sonderoperation zur Schaffung einer sogenannten “Volksrepublik Odessa” schon gescheitert war.

Doch warum war es nicht gelungen, das Blutvergießen zu vermeiden? Was war der Auslöser der Tragödie? Wie kam es zum Brand im Haus der Gewerkschaften und zum Tod von 48 Menschen? Warum waren Polizei und Feuerwehr nicht zugegen? Die Produzenten des Films gehen auf diese Fragen ein. Dabei stützen sie sich auf Tatsachen, die sie in chronologischer Reihenfolge anführen. Gerade hier sprechen die Fakten für sich.

Über die dramatischen Ereignisse berichten aber auch Menschen, die an ihnen beteiligt gewesen waren. Zu Wort kommen Anhänger beider Seiten des Konflikts. Doch die Autoren des Films vermeiden politische und rechtliche Einschätzungen und suchen nicht nach Schuldigen. Sie schildern eine der schlimmsten Tragödien in der jüngsten Geschichte der Ukraine, ohne Manipulation oder Propaganda. Sie drängen dem Zuschauer keine Wertung auf.

Der Film “Die Tragödie von Odessa” basiert auf Material der “Gruppe 2. Mai”, einer gesellschaftlichen Organisation, die in Odessa in den ersten Tagen nach den Mai-Ereignissen von Journalisten und unabhängigen Experten organisiert worden war, um eine journalistische Untersuchung durchzuführen.

Autorin des Films: Elisaweta Tatarinowa.
Kamera: Viktor Lewtschuk, Oleksij Didik.
Produktion: TTB Studio

Der Film wurde mit finanzieller Unterstützung der Open Society Foundations und der International Renaissance Foundation produziert.

Übersetzt wurde der Film in sechs Sprachen: Englisch, Griechisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch und Französisch. Es gibt einen speziellen YouTube-Kanal von 2nd of May Group Media. Dort ist der Film mit deutschen Untertiteln zu sehen.

Bild: Kharkiv Human Rights Protection Group

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