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Ukrainer feiern große Erfolge bei den Invictus Games 2017

Ukrainer feiern große Erfolge bei den Invictus Games 2017

Bei den Invictus Games treten kriegsversehrte Sportler in Wettkämpfen gegeneinander an. Das Wort “invictus” stammt aus dem Lateinischen und bedeutet unbesiegt. Schirmherr der Spiele ist Prinz Harry von Wales. Er hat die Spiele selbst ins Leben gerufen, die erstmals im Jahr 2014 in London stattfanden. Das Ukraine Crisis Media Center bringt eine Zusammenfassung eines Artikels der ukrainischen Internetzeitung Glavkom.

Am 30. September sind die Invictus Games 2017 in Toronto zu Ende gegangen. Die Ukraine nahm in diesem Jahr erstmals an den Spielen teil – mit 28 Athleten, die 14 Medaillen gewannen. Insgesamt beteiligten sich an den Wettkämpfen über 550 kriegsversehrte Männer aus 17 Ländern. Die Athleten traten in zwölf Disziplinen gegeneinander an. Die Ukrainer nahmen an sieben Sportarten teil: Laufen, Powerlifting, Schwimmen, Bogenschießen, Radfahren, Ergometerrudern und Sitzvolleyball.

Auf diese Sportler ist die Ukraine stolz

Der 29-jährige ukrainische Militärangehörige Oleh Simnikow gewann für die Ukraine die allererste Goldmedaille bei den Invictus Games, und zwar im 1500-Meter-Lauf in der Klasse IT7 (gemäß Klassifizierungssystem im Behindertensport). Wasyl Paschkewytsch war der zweite ukrainische Gold-Gewinner bei den Invictus Games – im Powerlifting im Mittelgewicht. Der 28-jährige Soldat mit einem Eigengewicht von 85 Kilogramm hob 175 Kilogramm. Das dritte Gold für die Ukraine holte der 46-jährige Olexandr Pysarenko im Ein-Minuten-Wettkampf im Ergometerrudern (Klasse IR6). Der Offizier der ukrainischen Nationalpolizei schaffe 389 Meter und ließ seine Konkurrenten aus Großbritannien und Neuseeland hinter sich. Eine weitere Goldmedaille gewann am vorletzten Tag der Invictus Games der 22-jährige Roman Pantschenko im Bogenschießen.

Der größte Champion der ukrainischen Mannschaft ist der 28-jährige Soldat Pawlo Budajewskyj. Im Schwimmen gewann er im Finale im 50-Meter-Freistil (25,57 Sekunden). Er war auch der Schnellste im 50-Meter-Rückenschwimmen (30,81 Sekunden), im 100-Meter-Freistil (57,51 Sekunden) und im 50-Meter-Brustschwimmen (30,91 Sekunden).

Der 34-jährige Veteran Dmytro Sydoruk verfehlte knapp die Goldmedaille im Bogenschießen und gewann Silber. Sieger wurde der Däne Kristian Ravnholt. Silber holte auch das ukrainische Bogenschützen-Team aus den Sportlern Kateryna Mychajlowa, Roman Pantschenko und Walerij Rak.

Zwei Bronzemedaillen konnten die Ukrainer im Ergometerrudern erringen. Der 44-jährige Veteran Wadym Swyrydenko teilt sich den dritten Platz im Ausdauertraining (Klasse IR1) mit seinem Konkurrenten aus Großbritannien. Und der 25-jährige Veteran Pawlo Mamontow teilt sich den dritten Platz beim Sprint (Klasse IR3) mit seinem Konkurrenten aus den USA.

Anstatt Vorurteile Respekt und Stolz

Die Invictus Games sind ein paralympischer Wettbewerb, aber mit einer Besonderheit: An den Spielen dürfen nur Athleten teilnehmen, die durch militärische Kampfhandlungen zu Invaliden geworden sind.

Auf der Webseite der ukrainischen Mannschaft bei den Invictus Games 2017 wird die Bedeutung dieser Wettkämpfe besonders hervorgehoben. So haben nach Angaben der Streitkräfte der Ukraine seit Beginn der Anti-Terror-Operation im Donbass fast 5000 ukrainische Soldaten Verletzungen unterschiedlichen Grades davon getragen. Die Rehabilitation von ATO-Soldaten mit schweren Verletzungen sei ein großes soziales Problem, heißt es auf der Webseite der Athleten. Ferner wird dort betont: “Die Invictus Games können helfen, die bestehenden Vorurteile gegenüber Militärs mit Behinderungen zu überwinden. Sie können dafür sorgen, dass diese Menschen, die über einmalige Erfahrungen verfügen, mit Stolz und Respekt betrachtet werden.”

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