Stabilisierung an der Front, Mord an Sachartschenko und weitere Themen

Stabilisierung an der Front, Mord an Sachartschenko und weitere Themen
03. September 2018.

Die Lage im Kampfgebiet im Osten der Ukraine

Letzte Woche gab es im Einsatzgebiet der ukrainischen Vereinten Kräfte Anzeichen für eine Stabilisierung. Die Lage war vollständig unter der Kontrolle der ukrainischen Vereinten Kräfte. Zwar reduzierte der Feind die Anzahl der Angriffe spürbar, er stellte sie aber trotz der Waffenruhe anlässlich des Schulbeginns nicht vollständig ein. Die russischen Besatzungstruppen schossen auf die Stellungen der ukrainischen Vereinten Kräfte nahe den Ortschaften Stanyzja Luhanska, Krymske, Nowotoschkiwske, Trojizke, Switlodarsk, Piwdenne, Nowhorodske, Nowomychajliwka, Pawlopil, Hnutowe, Talakiwka, Lebedynske und Wodjane. Im Frontabschnitt Horliwka in der Nähe der Ortschaft Nowhorodske setzte der Feind Mörser sein.

OSZE. In der vergangenen Woche ist die Intensität der Kampfhandlungen in der Ostukraine um zehn Prozent zurückgegangen. Das berichtete Alexander Hug, der erste stellvertretende Leiter der Sonderbeobachtermission der OSZE in der Ukraine, auf einer Pressekonferenz im Ukraine Crisis Media Center.

An der diplomatischen Front.

Die Länder des “Normandie Formats” (Frankreich, Deutschland, Ukraine und Russland) planen ein Treffen auf der Ebene der politischen Direktoren in der zweiten Septemberhälfte. Das teilte der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin mit. Er sagte am vergangenen Donnerstag (30.08.) der Nachrichtenagentur “Interfax-Ukraine”, er werde in Kürze darüber mit dem französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian und seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas sprechen.

4 Jahrestag der Tragödie von Ilowajsk.

Vor dem Gebäude der Botschaft der Russischen Föderation in Kiew haben Aktivisten eine Aktion mit dem Aufruf “Putin, übernehme die Verantwortung für Ilowajsk” durchgeführt. Sie stellten auf der Straße 366 weiße Kreuze zum Gedenken an die Opfer der Tragödie von Ilowajsk auf. Das berichtete die Agentur “Ukrinform”. Der Aktion schlossen sich mehrere hundert Teilnehmer an. Anwesend waren viele Personen in Uniform, Freiwillige, Angehörige und Freunde der Opfer. Die Schlacht um Ilowajsk war ein Kampf zwischen den prorussischen Kräften und Einheiten der russischen Streitkräfte einerseits und der Ukraine andererseits. Die Kämpfe dauerten vom 10. August bis zum 2. September 2014.


Der Mord an Sachartschenko: YouTube sperrt Übertragung der Beerdigung

Die Videoplattform YouTube hat die Übertragung der Beerdigung des ermordeten Anführers der sogenannten “Donezker Volksrepublik” (DNR), Alexander Sachartschenko, gesperrt. Es handelte sich dabei um Livestreams des russischen Fernsehsenders “Zargorod” und des Separatisten-Senders “Oplot TV” auf deren YouTube-Kanälen. Berichten von “Nowosti Donbassa” zufolge soll die Übertragung auf Anweisung von Universal Music Group (UMG) blockiert worden sein.

Sachartschenko war am 31. August durch eine Bombenexplosion in einem Restaurant im Zentrum von Donezk getötet worden. Der “DNR” zufolge wurden dabei zwei Menschen getötet und neun verletzt.

Am 2. September fand im Opernhaus von Donezk eine Abschiedszeremonie für Sachartschenko statt. Zur Beerdigung organisierte die “DNR” Busse für sogenannte “Staatsbedienstete” und Studenten.

Laut russischen Medien wurden in Donezk Personen festgenommen, die des Attentats auf Sachartschenko verdächtigt werden. Es seien “ukrainische Saboteure und mit ihnen verbundene Personen”. Der vorübergehend amtierende Chef der “DNR”, Dmitrij Trapesnikow, erklärte, die Festgenommenen hätten die Beteiligung der Ukraine an der Ermordung Sachartschenkos bestätigt.

Mehr zum Tod von Sachartschenko im Artikel des UCMC: “DNR”-Chef Alexander Sachartschenko ermordet: Was nun?


Kultur: Ukrainischer Film erhält Auszeichnung in Portugal

Der ukrainische Film “Myth” über die Lebensgeschichte des Opernsängers Wasyl Slipak hat einen der Hauptpreise des portugiesischen “Festival de Cinema da Figueira da Foz” gewonnen. Das berichtet die Botschaft der Ukraine in Portugal. Der Streifen wurde in der Kategorie “Dokumentarfilm” ausgezeichnet. Den Preis nahm der Regisseur des Films, Iwan Jasnij, persönlich entgegen.

Slipak hatte aufseiten der ukrainischen Kräfte im Krieg im Donbass gekämpft. Davor lebte er fast 20 Jahre in Paris und trat in den großen Opernhäusern der Welt auf. Er sang dabei auch zahlreiche Hauptrollen. Slipak war einer der Organisatoren des Pariser EuroMaidan. Zu Beginn des bewaffneten Konflikts im Osten der Ukraine unterstützte er zunächst die ukrainische Armee und schloss sich später einem Freiwilligen-Bataillon an.

Wasyl Slipak war MG-Schütze. Er wurde am 29. Juni 2016 in der Nähe der Ortschaft Luhanske in der Region Donezk getötet. Laut seinen Kameraden wurde der Sänger von einem feindlichen Scharfschützen tödlich getroffen, als sich seine Einheit einem Angriff der prorussischen Rebellen zur Wehr setzte. An der Front war Slipak unter dem Spitznamen “Myth”, abgeleitet von “Mephistopheles”, bekannt.

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