Kellogg: Trump für Langstrecken-Angriffe auf Russland
US-Präsident Donald Trump hat weitreichende Angriffe der Ukraine auf Russland erlaubt, sagte der US-Sondergesandte für die Ukraine, General Keith Kellogg. Auf die Frage, ob Trump der Ansicht sei, die Ukraine könne Langstrecken-Schläge gegen Russland fliegen, antwortete er: “Nachdem ich gelesen habe, was er und Vizepräsident Vance sowie Außenminister Rubio gesagt haben, lautet die Antwort: Ja. Nutzen Sie die Gelegenheit, um Langstrecken-Schläge zu fliegen.” Er fügte hinzu, dass es “so etwas wie einen heiligen Ort nicht gibt”. Auf die Frage, ob die ukrainischen Streitkräfte die Erlaubnis für einen solchen Einsatz amerikanischer Waffen hätten, antwortete Kellogg: “Manchmal haben sie eine solche Erlaubnis, manchmal nicht.”
“Ich denke, jeder sollte den Befehlen des Präsidenten folgen. Laut Verfassung ist er der Oberbefehlshaber, und jeder sollte ihm folgen. Wenn der Präsident nach links geht, geht man nach links. Wenn er sagt, man soll nach rechts gehen, geht man nach rechts. So ist der Präsident … Wenn der Präsident also sagt, wir sollen etwas tun, dann müssen wir es einfach tun”, sagte Kellogg.
Er erinnerte daran, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen mit Trump darum gebeten hatte, Tomahawk-Raketen mit einer Reichweite von bis zu 2,5 Tausend Kilometern an Kyjiw zu liefern. Dem Sondergesandten zufolge sei in dieser Angelegenheit noch keine Entscheidung getroffen worden.
Angriff auf russische Fabrik Elektrodetal
In der russischen Region Brjansk ist nach einem mutmaßlichen Angriff ein Feuer im Elektrodetal-Werk in Karatschow ausgebrochen. Dies wurde am 29. September vom Telegram-Kanal Astra unter Berufung auf Anwohner sowie Fotos und Videos aus sozialen Netzwerken gemeldet. Auch lokale russische Massenmedien schreiben über die “Nachtangriffe der Streitkräfte der Ukraine” in Karatschew, melden jedoch lediglich Schäden an Privathäusern und einem Heizhaus. Gleichzeitig meldete das Verteidigungsministerium der Russischen Föderation den mutmaßlichen Abschuss von 24 Drohnen über der Region Brjansk.
Laut Angaben aus offenen Quellen ist das Elektrodetal-Werk in Karatschew auf die Entwicklung und Produktion von elektrischen Steckverbindern und Komponenten für militärische und industrielle Anwendungen spezialisiert. Die Produkte des Unternehmens werden in militärischer Ausrüstung, Kommunikationssystemen und Industrieanlagen eingesetzt. Laut dem ukrainischen Militärgeheimdienst ist das Werk auch an der Produktion von Chimera-FPV-Drohnen beteiligt. Es steht seit Dezember 2023 unter US-Sanktionen.
Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine bestätigte den Schaden am Elektrodetal-Werk in Russland, und die ukrainischen Seestreitkräfte erklärten, dass der Angriff von ukrainischen Marschflugkörpern des Typs Neptun ausgeführt wurde. Sie haben eine Flugreichweite von über 240 Kilometer.
Abschuss eines russischen Hubschraubers
Piloten der 59. Drohnen-Brigade haben einen russischen Mi-8-Hubschrauber mithilfe einer FPV-Drohne zerstört. Dies gab der Kommandant Robert Brovdi mit dem Rufnamen “Madjar” am 29. September bekannt und veröffentlichte ein Video von dem Hubschrauber. Laut Statistiken des Generalstabs der Streitkräfte der Ukraine hat die russische Armee seit Beginn der umfassenden Invasion der Ukraine bis zum 29. September insgesamt 345 Militärhubschrauber verloren. Wie Serhij Sternenko, ein Freiwilliger, der Drohnen für die Armee bereitstellt, anmerkte, handelt es sich bei dem abgestürzten Hubschrauber höchstwahrscheinlich nicht um einen Mi-28, wie anfangs berichtet, sondern um einen Mi-8. Dies sei der zweite bestätigte Abschuss eines Hubschraubers im Flug durch eine FPV-Drohne. Zum ersten Mal sei im August 2024 ein solches Ziel in der Region Kursk von ukrainischen Soldaten gejagt worden, erinnerte Sternenko.

