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1356. Kriegstag: Lage in Myrnohrad und Pokrowsk, Angriffe auf Energiesektor, Artikel von Saluschnyj

Lage in Myrnohrad und Pokrowsk

Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine erklärt, dass die Logistik nach Myrnohrad in der Region Donezk kompliziert sind, aber durchgeführt werden, und dass Informationen über eine vollständige Feuerkontrolle der Logistikwege der Verteidigungskräfte der Ukraine durch den Feind oder eine operative Einkesselung der Stadt nicht zutreffen. Der Sprecher des Generalstabs, Major Andrij Kowaljow, erklärte gegenüber der Zeitung Ukrajinska Prawda: “Die Verteidigung des Ballungsraums Pokrowsk-Myrnohrad wird fortgesetzt. Die Lage bleibt komplex und dynamisch. Der Feind setzt alle verfügbaren Reserven ein, erleidet im Gegenzug aber nur enorme Verluste.”

In Myrnohrad halten ukrainische Einheiten ihre Stellungen entschlossen und vernichten die russischen Besatzer an den Zufahrtsstraßen zur Stadt. Laut Aussage des Offiziers gestaltet sich die Logistik nach Myrnograd zwar kompliziert, wird aber aufrechterhalten. Informationen über eine vollständige Feuerkontrolle der Nachschubwege der ukrainischen Streitkräfte durch den Feind oder eine operative Einkesselung der Stadt seien falsch.

Am Vortag wurden die benötigten Waffen und Munition an die die Stadt verteidigenden Einheiten geliefert. Außerdem wurden Personalwechsel durchgeführt und Verwundete evakuiert. “Ebenso sind Logistik und Rotation unserer Einheiten in Pokrowsk gewährleistet”, betonte Kowaljow. Der Sprecher fügte hinzu, dass die aktiven Gegenmaßnahmen gegen die Versuche feindlicher Infanteriegruppen, in Pokrowsk Fuß zu fassen, andauern. Such- und Angriffsoperationen in der Stadt werden fortgesetzt, und feindliche Stellungen werden zerstört.

Das Tempo der russischen Offensive in Pokrowsk, Region Donezk, und um die Stadt herum hat sich vorübergehend verlangsamt, aber der Feind versucht weiterhin, die Nachschubwege der ukrainischen Streitkräfte im Raum Myrnohrad zu blockieren. Dies geht aus einem Bericht hervor, der am 9. November vom Institute for the Study of War (ISW) veröffentlicht wurde. Analysten stellen fest, dass am 9. November keine neuen Offensivaktionen russischer Truppen in Richtung Pokrowsk verzeichnet wurden. Dies steht im Einklang mit Berichten, wonach die Besatzer das Tempo der Bodenangriffe verlangsamt und sich stattdessen auf den Ausbau der Logistik und die Verlegung von Verstärkung in den südlichen Teil der Stadt konzentriert haben. Laut einer Quelle des ukrainischen Militärgeheimdienstes befinden sich russische Streitkräfte in den meisten Gebieten von Pokrowsk, sind aber nicht in der Lage, die Stadt einzukesseln. Der Feind führt derzeit Infiltrationsoperationen aus dem Süden durch. Das ISW berichtet außerdem, dass Russland Mörserbesatzungen und Drohnenpiloten verlegt, um die Kontrolle über ukrainische Nachschubwege zu verstärken.

Einer der schwersten Angriffe auf den ukrainischen Energiesektor

In der Nacht des 10. November haben die russischen Streitkräfte die Ukraine mit zwei Ch-47M2 Kinschal-Raketen, fünf S-300/S-400-Raketen und 67 Shahed-, Gerbera- und anderen Kampfdrohnen angegriffen. Dies wurde von den Streitkräfte der Ukraine gemeldet. Die Besatzer starteten Drohnen aus Richtung Kursk, Millerowo, Orel, Brjansk (Russische Föderation) und aus Gwardijske, das sich auf der vorübergehend besetzten Krim befindet, etwa 40 davon waren vom Typ Shahed. Der Luftangriff wurde abgewehrt. 

In der Nacht zum 8. November griff Russland die ukrainische Energieinfrastruktur mit 503 Kampfdrohnen und Raketen verschiedener Typen an. Die Angriffe richteten sich gegen Anlagen der Energieinfrastruktur in den Regionen Kyjiw, Kirowohrad, Poltawa, Charkiw und Dnipropetrowsk. Das Unternehmen Centrenergo teilte mit, dass infolge der nächtlichen russischen Angriffe in der Russischen Föderation zwei Wärmekraftwerke in der Regionen Charkiw und Kyjiw ihren Betrieb eingestellt haben.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sagte, Russland habe die Umspannwerke ins Visier genommen, die die Kernkraftwerke Chmelnyzkyj und Riwne mit Strom versorgen. Das Energieministerium stellte fest, dass der Angriff vom 8. November einer der schwersten für den Energiesektor seit Beginn des umfassenden Krieges war. Aufgrund der Folgen des russischen Beschusses muss das ukrainische Stromnetz die Versorgung einschränken.

Saluschnyj: Ukraine lehnt Kapitulation unter dem Deckmantel eines Friedensabkommens ab

Die Ukraine lehnt Frieden nicht ab, wird aber keine Kapitulation unter dem Deckmantel von Friedensabkommen akzeptieren. Westliche Länder, die Kyjiw zu Verhandlungen mit Russland auffordern, vergessen, dass nicht nur das Schicksal der Ukraine, sondern auch die Sicherheit Europas auf dem Spiel steht. Und “Frieden” mit Moskau ist eine Einladung zu neuen Kriegen. Dies erklärte der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und jetzige Botschafter in Großbritannien, Walerij Saluschnyj, in einem Artikel, der am 9. November in der New York Post erschienen ist.

“Eine gerechte Regelung muss unsere territoriale Integrität wiederherstellen, die Verantwortlichen für Kriegsverbrechen zur Rechenschaft ziehen und garantieren, dass kein Aggressor Europa jemals wieder von Moskau aus bedrohen wird”, betont er und schreibt weiter: “Die Ukraine kämpft seit elf Jahren ums Überleben. Und dennoch fordern uns einige westliche Länder immer noch auf, mit denen zu verhandeln, die gekommen sind, um uns zu töten. Sie vergessen zwei einfache Wahrheiten.” Saluschnyjs Angaben zufolge impliziert die erste Wahrheit, dass nicht nur das Schicksal der Ukraine, sondern auch die Sicherheit Europas auf dem Spiel steht. Er merkte an, dass die zweite Wahrheit die Erkenntnis sei, dass jeder “Frieden” mit Moskau, der Aggression belohnt, eine Einladung zu neuen Kriegen darstellt. Saluschnyj merkte an, dass der Kreml nur dann über Verhandlungen spreche, wenn er sich unter Druck gesetzt fühle, und zwar nur, um Zeit zu gewinnen.

Der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte ist überzeugt, dass Frieden zu russischen Bedingungen “kein Frieden, sondern eine Kapitulation” sei. “Daher sind Forderungen nach einem überstürzten Abschluss eines umfassenden Friedensabkommens gefährlich verfrüht. Echter Frieden kann nicht durch die Unterzeichnung von Dokumenten erreicht werden, solange russische Raketen Zivilisten töten”, warnt er. Gleichzeitig fügt er hinzu, dass wahrer Frieden “Zeit, Kraft und ein unerschütterliches Verständnis dafür erfordert, mit wem wir es zu tun haben”.