Massiver Angriff Russlands auf die Ukraine
In der Nacht des 19. November hat Russland die Ukraine angegriffen – insbesondere Ternopil. Die ukrainische Luftverteidigung neutralisierte 442 Drohnen und über 40 Marschflugkörper, verzeichnete aber Treffer von sieben Raketen und 34 Angriffsdrohnen an 14 Standorten sowie den Absturz von Zielen und deren Trümmern an sechs Standorten.
Zwei neunstöckige Gebäude wurden durch den Beschuss der Stadt Ternopil erheblich beschädigt. In anderen Gebäuden brach ein Großbrand aus. Die Luftwaffe geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass eines der Häuser in Ternopil von einer russischen Ch-101-Rakete getroffen wurde. Bislang _ Stand Mittag 19.11. – sind in Ternopil 25 Tote und 73 Verletzte zu beklagen. Wie die Polizei mitteilte, sind unter den Verletzten 14 Kinder. Es gab auch einen Einschlag in einer Industrieanlage, bestätigte die Staatsanwaltschaft. Zuvor hatten die Behörden in Ternopil eine sechsfach erhöhte Chlorkonzentration in der Luft gemeldet.
Am Morgen des 19. November griff Russland zudem die Regionen Chmelnyzkyj, Iwano-Frankiwsk, Riwne, Lwiw und Dnipropetrowsk an. In Lwiw brach ein Großbrand aus. Ein Kraftwerk, ein Holzverarbeitungsbetrieb und ein Lagerhaus wurden in der Stadt beschädigt. Bei einem russischen Luftangriff auf die Region Iwano-Frankiwsk wurden drei Menschen, darunter zwei Kinder, verletzt.
Russische Truppen rücken in der Region Saporischschja vor
Die russischen Besatzer rücken in zwei Ortschaften in der Region Donezk und in drei in der Region Saporischschja vor. Dies meldete am 19. November das DeepState-Projekt. Die russische Armee ist in Nowospasske und Schtscherbyniwka in der Region Donezk vorgerückt, und in der Region Saporischschja sind sie bei Wesely, Wysoke und Satyschschja vorgerückt. Am 17. November erklärte das Institute for the Study of War (ISW), die Lage in Richtung Huljajpole (Region Saporischschja), wo russische Truppen weiter vorrücken und verstärkte Offensivoperationen durchführen, sei weiterhin “sehr ernst”. Die Analysten verweisen auf Daten des Portals DeepState, wonach “die feindliche Infiltration neue Ausmaße annimmt und ein Abstand von fünf Kilometern zur Frontlinie keinerlei Schutz vor feindlicher Infanterie bietet”, insbesondere wenn der Feind “von hinten” eindringt, was, wie das ISW betont, Hinweise auf ein Durchbrechen der ukrainischen Verteidigung durch die Besatzer gibt.
Der Sprecher der Südlichen Verteidigungskräfte, Wladyslaw Woloschyn, erklärte am 17. November, dass russische Truppen Mala Tokmatschka im Bezirk Polohiwskyj der Region Saporischschja nicht eingenommen hätten. Woloschyn erklärte, russische Truppen würden Falschmeldungen verbreiten, um ihrer Führung imaginäre Siege zu vermelden.
Korruptionsskandal: Wird Selenskyj den Leiter seines Büros entlassen und was erwartet die Regierung?
Quellen aus dem Umfeld des Präsidenten, die dem Portal NV nahestehen, erklären, was und wer hinter Wolodymyr Selenskyjs Absicht steht, “prinzipiengeleitete, schnelle Entscheidungen” zu treffen. Diese Woche wird demnach entscheidend für die Zukunft von Andrij Jermak, dem Leiter des Präsidialamtes, sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass er zum “einzig richtigen Schritt”, also zum Rücktritt, aufgefordert wird, ist sehr hoch. Dies teilte eine Quelle aus der Führung der Parlamentsfraktion der Präsidentenpartei “Diener des Volkes” NV mit.
Darüber hinaus sind Änderungen in der Regierung geplant, obwohl die endgültigen Kandidaten für die Posten der beiden entlassenen Minister – Justizminister Herman Haluschtschenko und Energieministerin Switlana Hryntschuk – noch nicht bekannt sind. Beide wurde aus dem Ministerkabinett entfernt, da sie im Zuge der aufsehenerregenden Ermittlungen des Nationalen Anti-Korruptions-Büros (NABU) und der Speziellen Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft (SAP) wegen Korruption bei Energoatom unter Beteiligung von Wolodymyr Selenskyjs Geschäftspartner Timur Minditsch ins Visier geraten sind. Auch Jermaks Position wurde durch die gleichen Ermittlungen erschüttert, die sich zum größten Korruptionsskandal während Selenskyjs Amtszeit entwickelt haben.
“Jetzt bietet sich dem Präsidialteam eine einmalige Gelegenheit, sowohl der ukrainischen Gesellschaft als auch den internationalen Partnern zu zeigen, dass es bereit ist, angemessen auf Korruptionsfälle im inneren Kreis des Präsidenten zu reagieren”, erklärte gegenüber NV Jaroslaw Jurtschyschyn, Abgeordneter der Holos-Fraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Meinungsfreiheit des ukrainischen Parlaments. Ob die Behörden diese Gelegenheit nutzen werden, bleibt jedoch unklar, angesichts der Tatsache, dass die am Fall Beteiligten aus dem Land geflohen sind und Regierungsbeamte die Sitzungen der Temporären Untersuchungskommission für wirtschaftliche Sicherheit im Parlament ignorieren, fügte er hinzu.
Dennoch wird es Veränderungen geben: Selenskyj hat bereits ein Treffen mit der Führung des Parlaments und Abgeordneten für den 20. November angekündigt. “Ich bereite mehrere notwendige Gesetzesinitiativen und prinzipiengeleitete schnelle Entscheidungen vor, die unser Staat braucht”, erklärte das Staatsoberhaupt. Daraufhin reiste er nach Spanien, im Anschluss daran wird er die Türkei besuchen, um das Thema Friedensverhandlungen wieder aufzugreifen. Deshalb gehen redaktionelle Quellen davon aus, dass wichtige Personalentscheidungen von Selenskyj bis Ende der Woche zu erwarten sind.

