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1427. Kriegstag: Lage nach erneutem russischem Großangriff, Kyjiw spricht von Warnsignal an Davos

Erneuter russischer Großangriff: Viele Häuser in Kyjiw ohne Heizung und Wasserversorgung

Die russischen Besatzer setzten ballistische Raketen, Marschflugkörper und über 300 Kampfdrohnen gegen die Ukraine ein. Zahlreiche Regionen wurden angegriffen, die Lage in Kyjiw ist derzeit am schwierigsten. Das sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj. “Der russische Angriff umfasste eine beträchtliche Anzahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper sowie mehr als 300 Kampfdrohnen… Die bisher schwierigste Situation herrscht in Kyjiw, wo zahlreiche Wohnhäuser ohne Heizung sind”, betonte er. 

Nach Angaben des Präsidenten wurden Kyjiw, Winnyzja, Dnipropetrowsk, Odessa, Saporischschja, Poltawa, Sumy und andere Regionen angegriffen. Die Luftverteidigung konnte 342 Ziele abschießen bzw. unterdrücken, darunter 14 ballistische Raketen vom Typ Iskander-M/S-300, 13 Marschflugkörper vom Typ Ch-101 und 315 feindliche Drohnen im Norden, Süden, Osten und Zentrum des Landes. An elf Standorten wurden Treffer von fünf Raketen und 24 Kampfdrohnen registriert, an zwölf Standorten schlugen Trümmerteile abgeschossener Drohnen ein. 

Der Kyjiwer Bürgermeister Vitali Klitschko sagte: “Nach diesem Angriff auf die Hauptstadt sind 5.635 Hochhäuser ohne Heizung. Fast 80 Prozent davon sind Gebäude, deren Heizungsversorgung am 9. Januar wiederhergestellt wurde.” Der Bürgermeister erinnerte daran, dass am Abend des 19. Januar noch 16 von 6.000 Haushalten ohne Heizung waren, weil die Russen am 9. Januar kritische Infrastruktur beschädigt hatten. “Das linke Ufer der Stadt ist infolge des heutigen Angriffs immer noch ohne Wasserversorgung” erklärte Klitschko und fügte hinzu, dass die Mitarbeiter der Versorgungs- und Energieunternehmen bereits daran arbeiten, die Versorgung der Bevölkerung mit Wärme, Wasser und Strom wiederherzustellen.

Kyjiw: Ein Warnsignal für die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos

Der erneute russische Angriff auf friedliche Städte in der Nacht des 20. Januar ist ein “Warnsignal” für die in Davos versammelten Staats- und Regierungschefs. Das hat der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärt. “Die Unterstützung des ukrainischen Volkes ist dringend notwendig. Es wird keinen Frieden in Europa ohne dauerhaften Frieden für die Ukraine geben. Frieden kann nur mit Gewalt erreicht werden”, so der Minister. Er fügte hinzu, dass die Ukraine dringend zusätzliche Energiehilfe, Luftverteidigung und Abfangjäger benötige. Es sei außerdem wichtig, den Sanktionsdruck auf Moskau aufrechtzuerhalten. “Tausende Haushalte in Kyjiw waren nach dem massiven russischen Luftangriff in der Nacht bei -15 °C ohne Heizung. Kriegsverbrecher Putin führt weiterhin einen Völkermordkrieg gegen Frauen, Kinder und ältere Menschen”, so Sybiha, der ein schnellstmögliches Ende der russische Aggression gegen die Ukraine fordert.

FT: Selenskyj hat noch nicht entschieden, ob er am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnehmen wird

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat noch nicht entschieden, ob er am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnehmen wird. Vorerst bleibt er in Kyjiw, um die Maßnahmen nach dem massiven russischen Angriff zu koordinieren. Dies berichtet die Financial Times unter Berufung auf eine Quelle im Büro des Präsidenten.

Es wurde erwartet, dass der ukrainische Präsident sich mit US-Präsident Donald Trump und europäischen Staats- und Regierungschefs treffen und möglicherweise ein wichtiges Wirtschaftsdokument unterzeichnen würde, das mit den USA vereinbart worden war. Ob dieses Treffen stattfinden wird, ist derzeit unbekannt, sagte der ukrainische Vertreter. US-Präsident Donald Trump plant unterdessen ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Dies berichtet Axios unter Berufung auf einen ungenannten US-Beamten. Laut dem Gesprächspartner des Portals plant Trump ein Treffen mit Selenskyj sowie mit mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs. Gleichzeitig fügte er hinzu, dass man von den Treffen keine bahnbrechenden Ergebnisse erwarten solle.

Die Zeitung berichtet ferner, dass aufgrund der Situation um Grönland das Thema Ukraine in Davos, insbesondere die Erzielung einer Einigung zwischen den USA, der Ukraine und den europäischen Staaten über Sicherheitsgarantien und den Wiederaufbau, in den Hintergrund gerückt ist. Der ukrainische Vertreter erklärte, die Unterzeichnung des Dokuments durch Trump und Selenskyj sei abgesagt worden. Ein US-Beamter dementierte hingegen, dass bereits ein Datum festgelegt worden sei, und erklärte, der Plan müsse noch finalisiert werden. Unterdessen planen die Trump-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner, sich am Dienstag in Davos mit dem russischen Gesandten Kirill Dmitrijew zu treffen, um über die Ukraine zu sprechen.