Die Woche war geprägt von anhaltenden Kampfhandlungen und russischen Angriffen im Hinterland, die Dutzende zivile Opfer forderten. Zu Wochenbeginn griff die Russische Föderation eine Gasförderanlage, eine Eisenbahnlinie und erneut Rettungskräfte an, wobei vier Menschen getötet und über 30 verletzt wurden. Später wurden Saporischschja, Kramatorsk und weitere Städte attackiert. Ebenfalls zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass Russland 375 ukrainische Soldaten und Zivilisten in Gefangenschaft gefoltert hatte. Ihre Leichen wurden erst kürzlich in die Ukraine überführt.
Währenddessen führen die Ukrainer Fernangriffe auf russisches Territorium durch. Anfang der Woche griffen Drohnen Moskau an. Eine davon traf ein Hochhaus sechs Kilometer vom Kreml entfernt. Später beschoss die Ukraine ein russisches Rüstungswerk in Tscheboksary mit Flamingo-Raketen. Die ukrainischen Streitkräfte attackierten außerdem den militärisch-logistischen Komplex des russischen Verteidigungsministeriums, ein Rüstungswerk und das GRAU-Arsenal.
Laut einem Bericht europäischer Geheimdienste befürchtet der russische Diktator Wladimir Putin einen Putsch und ein Attentat, und innerhalb der Sicherheitskräfte braut sich ein Konflikt zusammen. Der Kreml fürchtet zudem mögliche Angriffe am 9. Mai und während der Parade zum Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg und verhängte daher einseitig eine “Waffenruhe” für den Zeitraum vom 8. bis 10. Mai. Als Reaktion darauf erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am 6. Mai einen einseitigen “Waffenstillstand”, den Russland jedoch umgehend brach. Das russische Außenministerium kündigt für den 9. Mai einen “Vergeltungsschlag” gegen “Entscheidungszentren” in Kyjiw an.
Selenskyj rät ausländischen Delegationen von Reisen zum 9. Mai nach Moskau ab.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Ukraine rate Vertretern anderer Staaten ab, am 9. Mai Moskau zu besuchen. Dies sagte er in seiner traditionellen Abendansprache am 7. Mai. “Sie wollen einen Freischein der Ukraine, um ihre Parade abzuhalten, einmal im Jahr eine Stunde lang sicher auf den Platz zu gehen und dann unsere Leute zu töten und wieder zu kämpfen”, so der Präsident. Selenskyj wies auch auf die Äußerungen der russischen Seite hinsichtlich möglicher Angriffe nach dem 9. Mai hin und nannte eine solche Logik “seltsam und definitiv unangebracht”. Der Präsident äußerte sich außerdem zu den Absichten einiger ausländischer Delegationen, anlässlich der Feierlichkeiten nach Moskau zu reisen. Seinen Angaben zufolge erhält die Ukraine entsprechende Signale von Staaten, die Russland nahestehen. “Wir erhalten auch Anfragen aus einigen Staaten, die Russland nahestehen, wonach ihre Vertreter nach Moskau reisen werden. Ein seltsamer Wunsch… heutzutage. Wir raten davon ab”, betonte Selenskyj.

