Die Woche war geprägt von zunehmenden Drohungen Russlands, die Ukraine anzugreifen, begleitet von einer immer deutlicher werdenden Schwäche der russischen Armee an der Front. Der Kreml hat eine neue Erklärung zum “systematischen” Charakter der Angriffe und zur Reaktion Europas abgegeben. “Wir bleiben hier”, heißt es aber seitens der EU. Die EU-Botschafterin in der Ukraine, Katarina Mathernova, bezeichnet die neuen russischen Drohungen gegen Kyjiw als “Zeichen der Verzweiflung”. Alle Botschaften bleiben ihr zufolge vorerst in der Hauptstadt.
Die russischen Angriffe dauern an: Anfang der Woche attackierten russische Truppen Kramatorsk und Dnipro massiv. Es gab Opfer. Später waren in Tschernihiw etwa 15 Explosionen zu hören. Lagerhallen, Wohnhäuser und Fahrzeuge wurden beschädigt. Am Ende der Woche griff Russland einen Spielplatz in Cherson an. Eine ganze Familie, eine Frau und zwei Kinder, wurden verletzt, ein Mann kam ums Leben.
Anfang dieser Woche wurde bekannt, dass Belarus seine Truppenpräsenz an der ukrainischen Grenze nicht verstärkt, die Bedrohung aber laut Berichten des ukrainischen Grenzschutzes weiterhin besteht. Analysen des ISW zufolge könnte Russland die Autobahn Kyjiw-Tschop mit Drohnen von belarussischem Territorium aus angreifen. Unterdessen fand in Kyjiw ein Gipfeltreffen von 24 Ländern statt, bei dem Belarus von Swjatlana Zichanouskaja vertreten wurde.
Die Ukraine fügt den russischen Besatzern weiterhin schwere Schläge zu. Auf der Krim waren laute Explosionen zu hören. Vermutlich wurde das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte angegriffen. Der ehemalige Befehlshaber der US-Armee in Europa, Ben Hodges, ist überzeugt, dass die Ukraine über die nötigen Ressourcen verfügt, um die Krim zu befreien.
Nach Drohungen Russlands bekräftigt G7, dass alle Botschaften in Kyjiw bleiben.
Vertreter der G7 trafen sich am 28. Mai in der Ukraine mit internationalen Wirtschaftsverbänden. Sie erklärten, dass trotz der Drohungen aus der Russischen Föderation die Vertretungen alle Länder der Gruppe in Kyjiw bleiben und ihre Arbeit fortsetzen würden. Die G7-Botschafter gaben dies auf ihrer Seite im sozialen Netzwerk X bekannt. “Heute Morgen trafen sich Vertreter der G7-Staaten mit internationalen Wirtschaftsverbänden in der Ukraine, um über Möglichkeiten zur Verbesserung des Geschäfts- und Investitionsklimas im Land zu beraten”, heißt es in dem Beitrag. Die Botschafter stellten fest, dass trotz der Drohungen aus Russland alle G7-Staaten in Kyjiw bleiben und ihre Arbeit zur Unterstützung der Ukraine fortsetzen würden.

