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776. Kriegstag: Ukraine greift Region Woronesch und Ostseeflotte an, Russen bombardieren Charkiw

Ukraine greift russisches Flugzeugwerk in der Region Woronesch an

Am Morgen des 9. April haben russische Telegram-Kanäle berichtet, dass zwei ukrainische Drohnen ein russisches Zentrum zur Ausbildung von Flugbesatzungen angegriffen hätten, wodurch die Fassade und die Fenster des Gebäudes beschädigt worden seien. Es wird behauptet, dass es bei den Einschlägen in der Stadt Borisoglebsk in der Region Woronesch angeblich keine Verletzten gegeben habe. Der Gouverneur der russischen Region Woronesch, Aleksandr Gusejew, sagte, dass die örtliche Flugabwehr angeblich eine Drohne in der Region entdeckt und zerstört habe.

Quellen des ukrainischen Senders NW berichten, dass der Angriff vom ukrainischen Militärgeheimdienst durchgeführt wurde und dadurch wichtige Produktionsanlagen des Unternehmens getroffen wurden. In dem Werk in der Stadt Borisoglebsk werden möglicherweise luftgelenkte Waffen der Besatzer repariert. Dies berichtet am 9. April auch das Militärportal Defense Express. Allerdings sei derzeit nicht bekannt, welche Drohne zum Einsatz gekommen sei. Den Daten zufolge verfügt die Ukraine über große Drohnen, die möglicherweise mehr als 100 Kilogramm Sprengstoff transportieren können. Den Analysten zufolge handelt es sich bei dem getroffenen Unternehmen um das 711. Luftfahrtreparaturwerk.

Ukraine setzt Schiff der russischen Ostseeflotte außer Gefecht

Am 7. April ist auf dem russischen Raketenschiff Serpuchow, das am Marinestützpunkt in Baltijsk in der Region Kaliningrad stationiert ist, ein Feuer ausgebrochen. Laut dem ukrainischen Sender NW steht der ukrainische Militärgeheimdienst hinter dem Angriff. Dieser teilte mit, das Schiff sei nun außer Gefecht. Der Geheimdienst veröffentlichte auch ein Foto von dem Zeitpunkt, als das Feuer ausbrach.

Die Serpuchow ist ein Schiff des Typs 21631 Bujan-M mit Baujahr 2015. Laut Angaben des russischen Verteidigungsministeriums ist die Serpuchow mit Langstreckenraketen des Typs Kalibr-NK ausgerüstet. Wie Defense Express feststellte, verfügt die russische Ostseeflotte insgesamt über elf mit Kalibr-Raketen ausgerüstete Schiffe. Im Jahr 2016 wurde berichtet, dass die Serpuchow Raketen gegen die Gruppierung Jabhat al-Nusra in Syrien eingesetzt habe. Die Russen behaupten außerdem, dass das Schiff sowohl Ziele auf See als auch Land angreifen könne. Die Serpuchow befand sich bis Ende 2016 als Teil der Schwarzmeerflotte im besetzten Sewastopol und wurde dann zur Ostseeflotte verlegt.

Russen beschießen erneut Zentrum von Charkiw

Am 9. April hat die russische Armee den zentralen Teil von Charkiw angegriffen, wobei drei Menschen verletzt wurden. Das gab der Bürgermeister der Stadt, Ihor Terechow, bekannt. Der Chef der Charkiwer Gebietsverwaltung, Oleh Synjehubow, sagte, dass die Russen mindestens zwei Angriffe auf ein ziviles Unternehmen in Charkiw durchgeführt hätten, wodurch die Gebäude zerstört und in Brand geraten seien. Laut Synjehubow handelt es sich bei allen Opfern um Angestellte des Unternehmens.

In letzter Zeit kommt es immer häufiger zu Bombardierungen Charkiws und der Region durch das Aggressorland. Synjehubow sagte dazu, die Behörden der Region Charkiw würden die Möglichkeit einer Zwangsevakuierung von Kindern aus dem nördlichen Teil der Region erwägen. Er stellte zudem fest, dass der Feind begann, Ortschaften anzugreifen, die er vor einem Monat nicht angegriffen habe. Synjehubow zufolge haben die Besatzer ihre Taktik geändert und schlagen nun zweimal am selben Ort zu, um so die ukrainischen Rettungsdienste zu treffen.

Nach dem schwersten russischen Angriff auf das Stromnetz am 22. März war Charkiw fast vollständig ohne Strom. In der Region wird immer wieder der Strom abgeschaltet. Laut US-Medien hat Russland seine Angriffe auf Charkiw verstärkt, weil der Kreml die Stadt zu einer unbewohnbaren “Grauzone” machen will.