{"id":289627,"date":"2024-04-09T13:45:20","date_gmt":"2024-04-09T10:45:20","guid":{"rendered":"https:\/\/uacrisis.org\/ivanna-klympush-tsintsadze-ukraine-s-eu-nato-membership-to-guarantee-security-within-europe-and-alliance"},"modified":"2024-04-09T13:57:37","modified_gmt":"2024-04-09T10:57:37","slug":"ivanna-klympush-tsintsadze-ukraine-s-eu-nato-membership-to-guarantee-security-within-europe-and-alliance","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uacrisis.org\/de\/ivanna-klympush-tsintsadze-ukraine-s-eu-nato-membership-to-guarantee-security-within-europe-and-alliance","title":{"rendered":"Iwanna Klympusch-Zynzadse: Ein EU- und NATO-Beitritt der Ukraine ist eine Garantie f\u00fcr die Sicherheit Europas und der Nordatlantischen Allianz"},"content":{"rendered":"\n<p><em><em>Das Z\u00f6gern bei der Hilfe f\u00fcr die Ukraine, das die Ukrainer in letzter Zeit bei einigen Partnerl\u00e4ndern beobachten, ersch\u00fcttert den Glauben der zivilisierten Welt daran, dass die bewaffnete Aggression der Russischen F\u00f6deration eine w\u00fcrdige Antwort erh\u00e4lt, dass der Angreifer bestraft und dass Gerechtigkeit wiederhergestellt wird. Wir haben mit Iwanna Klympusch-Zynzadse, der ehemaligen stellvertretenden Ministerpr\u00e4sidentin f\u00fcr europ\u00e4ische und euroatlantische Integration der Jahre 2016-2019 dar\u00fcber gesprochen, warum die Ukraine so konsequent f\u00fcr ihr Recht auf Mitgliedschaft in der <a href=\"https:\/\/uacrisis.org\/de\/tag\/ies-de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EU<\/a> und der NATO k\u00e4mpft und warum sowohl die EU als auch die NATO durch einen Beitritt der Ukraine gest\u00e4rkt w\u00fcrden. Iwanna Klympusch-Zynzadse ist derzeit Abgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses f\u00fcr europ\u00e4ische Integration des ukrainischen Parlaments. Hier die Hauptthesen des Gespr\u00e4chs.<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<h2><strong><strong>F\u00fcr die Ukraine ist Europa ein Weg der Heimkehr<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Was ist Europa f\u00fcr uns? Es ist Heimat, es ist Kultur, es ist Zivilisation, es ist Geschichte, es ist eine Denkweise, der wir seit vielen Jahrhunderten angeh\u00f6ren. Seit 2014, seit der Revolution der W\u00fcrde, verfolgen die Ukrainer bewusst ihr Ziel &#8211; die R\u00fcckkehr nach Hause.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber leider unternahm Moskau w\u00e4hrend der Unterordnung der Ukraine unter das zaristische Russland und die Sowjetunion gr\u00f6\u00dfte Anstrengungen, die ukrainische Identit\u00e4t, diese zivilisatorische Identit\u00e4t und unsere Geschichte zu stehlen und sie als eine Art mythische russische Geschichte darzustellen. Unsere Eigenst\u00e4ndigkeit und unsere Unterschiede zu anderen V\u00f6lkern, die in jenen Zeiten Teil jenes Imperiums waren, sollten beseitigt und nivelliert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Europa ist f\u00fcr die Ukraine eine absolut bewusste Entscheidung f\u00fcr die Freiheit. Und hier muss nat\u00fcrlich das Plakat erw\u00e4hnt werden, das w\u00e4hrend der Revolution der W\u00fcrde auf dem Unabh\u00e4ngigkeitsplatz, dem Maidan, hing und worauf geschrieben stand, dass Freiheit unsere Religion ist. Daher ist dies eine Entscheidung f\u00fcr die Freiheit, die dem ukrainischen Geist innewohnt und sich im Laufe unserer Geschichte auf verschiedene Weise manifestiert hat. Das ist gegenseitiger Respekt und die Bereitschaft, Menschen mit unterschiedlichen Positionen und Meinungen zu akzeptieren. Es ist eine historisch gewachsene Akzeptanz seitens der Ukrainer f\u00fcrs Anderssein. Dies ist ganz klar auch die christliche Ethik, die f\u00fcr die \u00fcberwiegende Mehrheit des ukrainischen Volkes und die Ukraine charakteristisch ist.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong><strong>Die Mitgliedschaft der Ukraine in der EU wird die St\u00e4rkung Europas bedeuten<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Ukraine beschreitet den Weg in die EU ihrer Sicherheit wegen. Ohne die Ukraine kann Europa auch f\u00fcr sich keine Sicherheit beanspruchen. Daher ist der Beitritt der Ukraine zur Europ\u00e4ischen Union und zum Nordatlantischen B\u00fcndnis eine Sicherheitsgarantie f\u00fcr die Ukraine, f\u00fcr Europa und die NATO. Man muss sich dieses gemeinsamen Interesses bewusst sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beitritt der Ukraine zur Europ\u00e4ischen Union bedeutet auch eine wirtschaftliche St\u00e4rkung Europas, aber auch eine St\u00e4rkung Europas als geopolitischer Akteur und eine St\u00e4rkung Europas in sicherheitspolitischer und milit\u00e4rischer Hinsicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute versuchen einige, die Ukraine in wirtschaftlicher Hinsicht als Bedrohung f\u00fcr die EU darzustellen. Man sieht, dass die Ukraine wettbewerbsf\u00e4hig ist, insbesondere im Agrarsektor, trotz der Tatsache, dass ukrainische Landwirte gezwungen sind, ihr Land unter Beschuss zu bewirtschaften und ihre Ernte und unter Bedingungen absoluter physischer Gefahr einzufahren. Unter diesen Bedingungen gew\u00e4hrt der Staat praktisch keine F\u00f6rdermittel und unterst\u00fctzt den Agrarsektor nicht mit Verg\u00fcnstigungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute gelangen ukrainische Produkte zollfrei auf die M\u00e4rkte der EU, noch bis zum 5. Juni 2024 gilt diese Erlaubnis, die Kyjiw von der EU erhalten hat, f\u00fcr den zollfreien Handel mit fast allen Agrarprodukten aus der Ukraine. Die EU hat diesen Schritt im Jahr 2022 (nach der gro\u00dfangelegten russischen Invasion) unternommen und diese M\u00f6glichkeiten im Juni 2023 bis 2024 verl\u00e4ngert. Und jetzt gibt es eine Diskussion dar\u00fcber, wie dieser Handel mit der Ukraine eingeschr\u00e4nkt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Es tut mir leid, dass unseren Landwirten, Vertretern verschiedener landwirtschaftlicher Unternehmen, die ihre Arbeit und M\u00fche in diese Produkte investiert haben, heute ein unlauterer Wettbewerb oder \u00e4hnliches vorgeworfen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss wissen, dass sich der europ\u00e4ische Agrarmarkt \u00fcber viele Jahrzehnte weitgehend mit wahnsinnigen Subventionen entwickelt hat. Man muss sich wohl dar\u00fcber im Klaren sein, dass die Ankunft der Ukrainer mit ihren Produkten auf diesen M\u00e4rkten auf lange Sicht eine \u00c4nderung der gemeinsamen EU-Agrarpolitik bedeuten wird. Auch wenn das in der Anfangsphase f\u00fcr den Agrarsektor vieler europ\u00e4ischer L\u00e4nder schwierig erscheinen mag, wird die Steigerung der Effizienz dieser Industrie auf europ\u00e4ischer Ebene mittel- und langfristig nur die Wirtschaftskraft Europas st\u00e4rken. Und die Ukrainer werden dabei helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In geopolitischer Hinsicht begann die Attraktivit\u00e4t des europ\u00e4ischen Projekts vor etwa zehn Jahren zu schwinden. Unterdessen haben die Ukrainer mit ihrer Bereitschaft, Werte zu verteidigen, und auch die Parolen zu verteidigen, die leider f\u00fcr viele in Europa weiterhin nur Slogans sind, dem Glauben der Europ\u00e4er an sich selbst wieder neues Leben eingehaucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ukrainer haben die Europ\u00e4er daran erinnert, dass die Europ\u00e4er fast vier Nachkriegsgenerationen lang die Dinge leider als selbstverst\u00e4ndlich betrachtet haben, die die Ukrainer heute blutig erk\u00e4mpfen m\u00fcssen. Das ver\u00e4ndert den Wert der demokratischen Grundlagen und Freiheiten, auf denen Europa basiert. Das bringt den urspr\u00fcnglichen Wert zur\u00fcck, auf dessen Grundlage die Europ\u00e4ische Gemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde. Ja, sie war urspr\u00fcnglich nur als freier Markt konzipiert, aber sie hat es geschafft, das zu sein, was sie ist, dank dieser Wertebasis, f\u00fcr die die Ukrainer heute k\u00e4mpfen, womit sie vielen Europ\u00e4ern helfen, diese Werte selbst zu sp\u00fcren.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus sicherheitspolitischer Sicht versuchen viele Menschen heute zu behaupten, dass ein Beitritt der Ukraine zur Europ\u00e4ischen Gemeinschaft oder zur NATO f\u00fcr ihre L\u00e4nder ein zus\u00e4tzliches Risiko darstellen w\u00fcrde, da Russland gegen die Ukraine k\u00e4mpfe. Das ist nicht wahr. Wenn wir jetzt gemeinsam verhindern, dass das russische Monster siegt, und wenn wir erreichen, dass es eine strategische Niederlage erleidet, dann werden wir alle milit\u00e4risch viel st\u00e4rker sein und mit Sicherheit einen neuen russischen Angriff auf die freie Welt unm\u00f6glich machen.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong><strong>Die EU-Perspektive hilft der Ukraine, auch unter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krieg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Krieg<\/a>sbedingungen eine Demokratie zu bleiben<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ausgehend von der Stimmung der ukrainischen Gesellschaft und den historischen Gegebenheiten kann sich die Ukraine nicht entwickeln, wenn sie nicht demokratisch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrer j\u00fcngeren Geschichte zeichnete sich die Ukraine dadurch aus, dass ihre Wahlen stets fair, transparent und nachvollziehbar waren. Und als sie mal nicht so waren, ergriff das ukrainische Volk das Wort und fand mit einer dritten Wahlrunde einen Ausweg, wie es bei den Wahlen von Janukowitsch und Juschtschenko im Jahr 2004 der Fall war, als klar war, dass es in den Wahllokalen zu F\u00e4lschungen bei der Stimmausz\u00e4hlung gekommen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist ein klarer Beweis daf\u00fcr, wie wichtig f\u00fcr die Ukrainer W\u00e4hlen ist. Zweitens k\u00f6nnen die Ukrainer eine Regierung auswechseln, indem sie diesen Wechsel akzeptieren und weiter k\u00e4mpfen, wenn ihre Meinung nicht ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>2014, als Russland seien Angriff begann und die Krim annektierte sowie den \u00f6stlichen Teil der Ukraine angriff und besetzte, wurden die Rechte und demokratischen Freiheiten der Menschen im gesamten von Kyjiw kontrollierten Staatsgebiet der Ukraine in keiner Weise eingeschr\u00e4nkt, auch das Kriegsrecht wurde nicht ausgerufen. Im Gegenteil, seitdem bl\u00fchten unterschiedlichste Initiativen auf, um ein System von Checks und Balances zu schaffen und es zu st\u00e4rken, das f\u00fcr die Meinungsfreiheit in der Ukraine und f\u00fcr den Einfluss gesellschaftlicher Initiativen und der Zivilgesellschaft so grundlegend ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch seit dem Jahr 2022 sind mit der Verh\u00e4ngung des Kriegsrechts bestimmte Freiheiten und Rechte der B\u00fcrger gesetzlich eingeschr\u00e4nkt. Wahlen und Versammlungsfreiheit sind Prozesse, die durch unsere Gesetzgebung, auch verfassungsrechtlich, nun eingeschr\u00e4nkt sind. Unter den Bedingungen, in denen wir uns heute befinden, k\u00f6nnen wir keine Wahlen gew\u00e4hrleisten, die demokratisch w\u00e4ren. Es kann kein echter Wahlkampf erm\u00f6glicht werden, an dem verschiedene Bev\u00f6lkerungsgruppen und auch Menschen beteiligt w\u00e4ren, die an der Front k\u00e4mpfen, der auch Menschen einbeziehen w\u00fcrde, die derzeit au\u00dferhalb der Ukraine Schutz suchen. All diese Dinge erm\u00f6glichen es uns leider nicht, sowohl juristisch als auch organisatorisch tats\u00e4chlich Wahlen zu gew\u00e4hrleisten, die den Standards von OSZE und BDIMR auch nur ann\u00e4hernd nahe kommen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber gleichzeitig sehen wir heute bestimmte Einschr\u00e4nkungen, die vielleicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig sind, unter dem Gesichtspunkt der Zentralisierung von Entscheidungen, der Entscheidungsfindung, unter dem Gesichtspunkt des Verlusts bestimmter Checks und Balances zwischen der Exekutive, Legislative und Judikative.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig ist in diesem Zusammenhang der Prozess, den die Europ\u00e4ische Union uns mit der Entscheidung er\u00f6ffnet hat, Verhandlungen mit der Ukraine aufzunehmen. Genau unter dieser Lupe wird man sich die Ukraine anschauen. Die Aufmerksamkeit, die die EU auf jeden Fall den Fundamenten der Demokratie des Landes in Form grundlegender, fundamentaler Grundprinzipien widmen wird, die man zu Beginn diskutieren und zum Schluss auf ihre Einhaltung hin bewerten wird &#8211; diese Aufmerksamkeit wird uns erm\u00f6glichen, schon jetzt in vielen Dingen zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckzukehren, wo derzeit unsere M\u00f6glichkeiten und Rechte eingeschr\u00e4nkt sind. Und das unter dem Gesichtspunkt der Meinungsfreiheit, unter dem Gesichtspunkt der Checks und Balances, unter dem Gesichtspunkt einer R\u00fcckkehr zur Dezentralisierung, die \u00fcbrigens zu einem der Grundpfeiler unserer F\u00e4higkeit geworden ist, die russische Aggression zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In gewisser Weise sind die Verhandlungen der Ukraine mit der EU ein Garant daf\u00fcr, dass die Ukraine weiterhin demokratisch bleibt. Wir wissen nicht, wann der Krieg endet, aber unabh\u00e4ngig davon, wann er endet, wird das ukrainische Volk dasein und auch in der Lage sein, seine Prinzipien zu verteidigen.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong><strong>F\u00fcr die NATO stellt die Ukraine kein Risiko dar<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Heute sagen viele Politiker aus den Mitgliedsl\u00e4ndern des Nordatlantischen Allianz, dass die Ukraine Mitglied des B\u00fcndnisses sein wird. Aber in Wirklichkeit besteht kein Interesse daran, w\u00e4hrend des Krieges politische F\u00fchrung zu zeigen und einen kreativen Weg zu finden, die Ukraine in das B\u00fcndnis einzuladen und den Arbeitsprozess f\u00fcr einen direkten Beitritt der Ukraine zum B\u00fcndnis einzuleiten. Darauf hat man keinen Appetit.<\/p>\n\n\n\n<p>Er fehlt vor allem unter den f\u00fchrenden L\u00e4ndern des B\u00fcndnisses. Aber dar\u00fcber hinaus sieht man auch eine Vielzahl von Herausforderungen, die sich innerhalb der Allianz im Zusammenhang mit den Wahlen in verschiedenen L\u00e4ndern, vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika, ergeben. Und viele Menschen in Europa denken heute \u00fcber eine strategische Autonomie Europas nach und beginnen \u00fcber sie zu reden. Doch Europa ist im Moment nicht bereit f\u00fcr sie, was die verf\u00fcgbaren Ressourcen, die verf\u00fcgbare Ausr\u00fcstung, die Kraft, die Ausbildung usw. betrifft.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig sagte Wladimir Putin im Dezember 2021 an die Adresse des Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten, Joe Biden, und an den Generalsekret\u00e4r der Nordatlantischen Allianz, Jens Stoltenberg, ganz klar, dass er nicht nur die Ukraine zum Ziel hat, sondern auch ein weiteres Ziel, bei dem es darum geht, zu den Grenzen von 1997 zur\u00fcckzukehren. Gemeint sind die Grenzen, die Mittel- und Osteuropa von der NATO trennten. Gleichzeitig muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass Putin die Mitgliedschaft Schwedens und Finnlands im B\u00fcndnis vollkommen akzeptiert hat und es zu keiner Eskalation kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Genauso wird es keine Eskalation geben, wenn die Ukraine Teil des B\u00fcndnisses wird. Putin wird das als eine Reaktion in der Sprache der St\u00e4rke betrachten. Und das wird bedeuten, dass er niemals mehr weder nach den Grenzen von 1997 noch nach den Grenzen der Ukraine schielen wird. Denn die Russische F\u00f6deration versteht nur die Sprache der Geschlossenheit, die Sprache der Leistungsf\u00e4higkeit, die Sprache der Entschlossenheit und die Sprache der St\u00e4rke. Andere Sprachen wie Diplomatie, Verhandlungen und die Suche nach Kompromissen empfindet Moskau als Sprache der Schw\u00e4che und als Einladung zu einem weiteren Angriff.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb muss man geschlossen Russland einen drauf geben und gleichzeitig die Ukraine in das B\u00fcndnis einladen. Klar ist, dass die Ukraine noch einige ihrer Hausaufgaben erledigen muss, was die \u00c4nderung des Managements und die Verwaltung der Streitkr\u00e4fte der Ukraine sowie die Herangehensweise zum Aufbau eines Sicherheitsdienstes betrifft. Es ist klar, dass man sich auf eine Reihe von Dingen konzentrieren muss. Aber diese Dinge sind l\u00f6sbar, wenn es eine politische Entscheidung gibt. Und diese politische Entscheidung erfordert F\u00fchrung. In der freien Welt ist heute zu sp\u00fcren, dass es etwas an F\u00fchrung fehlt. Und vielleicht bedeuten die eindringlichen \u00c4u\u00dferungen des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron einen Anspruch auf diese F\u00fchrung. Vor allem sollten seine Aussagen durch Taten untermauert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht wird Frankreich zusammen mit Gro\u00dfbritannien die F\u00fchrung bei der Einladung der Ukraine in das B\u00fcndnis \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong><strong>Russland f\u00fchrt bereits Krieg auf dem Territorium der Allianz<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Russische F\u00f6deration f\u00fchrt bereits Krieg in den L\u00e4ndern des B\u00fcndnisses. Nur f\u00fchrt sie ihn mit hybriden Methoden. Und das B\u00fcndnis ist sich dessen bewusst, dass Russland ein Gegner ist. Aber es wird nicht anerkannt, dass Russland ein direkter Feind ist, der jeden Tag irgendwelche Provokationen begeht &#8211; in Form von Informationsattacken, Cyberangriffen, Sabotageaktionen, Vergiftungen und Morden auf dem Gebiet verschiedener Mitgliedsl\u00e4nder der Allianz usw.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das bedeutet in Wirklichkeit: Solange die L\u00e4nder des B\u00fcndnisses so tun, als sei dies noch keine Bedrohung, die erkannt und abgewehrt werden muss, solange kein Bewusstsein f\u00fcr diese Bedrohung besteht und die Wahrnehmung nicht der Realit\u00e4t, dem wahren Bild der Welt entspricht, und nicht im Einklang mit dieser Realit\u00e4t gehandelt wird, so lange wird diese Bedrohung bestehen bleiben und weiter zunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die NATO-Mitgliedstaaten m\u00fcssen die Realit\u00e4t, die Wahrnehmung der Realit\u00e4t und das Handeln entsprechend dieser Realit\u00e4t in einem Puzzle zusammenf\u00fcgen. Erst dann wird jedem in der EU und der NATO klar sein, dass nur gemeinsam mit der Ukraine, die Ukraine jetzt st\u00fctzend, das russische Monster auf dem Territorium der Ukraine gestoppt werden kann, dass es nur so aus der Ukraine vertrieben werden kann, dass nur so eine Niederlage der Russischen F\u00f6deration, ihre Isolation, Schw\u00e4chung und Bestrafung sichergestellt werden kann, was entscheidend ist. Nur all dies wird gemeinsam im B\u00fcndnis mit der Ukraine jedem Land neue Jahrzehnte er\u00f6ffnen, in denen man sich auf Entwicklung, Wohlergehen, Selbstverwirklichung, Urlaubspl\u00e4ne und Tr\u00e4ume wird konzentrieren k\u00f6nnen. Und das kann nur so gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keinen anderen Weg, einen stabilen und dauerhaften Frieden auf dem europ\u00e4ischen Kontinent und in der Welt insgesamt zu erreichen. Auf der anderen Seite erleben wir heute weiterhin Unentschlossenheit im Hinblick auf die Abwehr der Russischen F\u00f6deration und beobachten eine dosierte Hilfe f\u00fcr die Ukraine. Wir sehen entsprechende Ans\u00e4tze in einigen L\u00e4ndern &#8211; so zu handeln, dass die Ukraine \u00fcberlebt, die Russische F\u00f6deration aber keinen Schaden nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft ist zu h\u00f6ren, dass man der Ukraine so viel helfen werde, wie n\u00f6tig, aber mit welchem \u200b\u200bErgebnis? Stattdessen will man die einfache Aussage h\u00f6ren, dass man der Ukraine eben so viel helfen wird, wie f\u00fcr den Sieg der Ukraine und f\u00fcr die Niederlage der Russischen F\u00f6deration n\u00f6tig ist. Nur so k\u00f6nnen wir Frieden und Sicherheit auf dem europ\u00e4ischen Kontinent und im transatlantischen Raum gew\u00e4hrleisten, was eine Garantie f\u00fcr unsere weitere Entwicklung sein wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das wird eine Lehre f\u00fcr diejenigen sein, die in anderen Teilen der Welt jetzt den Erfahrungen der Russischen F\u00f6deration gro\u00dfe Aufmerksamkeit schenken. Wenn die Russische F\u00f6deration, eine Diktatur, ein autorit\u00e4res Land, die Grenzen mit Gewalt neu ziehen, einen Teil eines souver\u00e4nen Landes unterwerfen, seine Bev\u00f6lkerung vernichten, einen Teil der Bev\u00f6lkerung deportieren, die Identit\u00e4t der Menschen durch genozidale Praktiken ver\u00e4ndern, sch\u00f6ne St\u00e4dte und fruchtbares Land in Staub, Betonberge und W\u00fcsten verwandeln kann, wenn man dies zulassen wird, dann kann sich kein Mitgliedsland der EU oder der NATO sicher sein, dass morgen nicht solche Versuchungen aufkommen, dass ihre Grenzen neu gezogen werden. Warum denkt niemand daran, dass Nordkorea, das jetzt vielleicht mit seinen Raketen nur \u00fcbt, sich nicht dazu entschlie\u00dft, den Konflikt mit S\u00fcdkorea aufzutauen? Und wie wird sich die Situation mit China entwickeln? All diese Dinge werden explodieren, wenn Russland nicht gestoppt wird und wenn der gemeinsame Sicherheitsraum nicht auf die Ukraine ausgedehnt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man Russland erlaubt, die Ukraine zu zerst\u00f6ren, dann wird einfach jede europ\u00e4ische Nation dazu bereit sein m\u00fcssen, auf eigenem Territorium Krieg zu f\u00fchren, schon morgen den Artikel 5 in Bezug auf Verb\u00fcndete direkt anzuwenden und ihre Streitkr\u00e4fte, ihre menschlichen Ressourcen einzusetzen &#8211; bis zum Tod Dutzender, Hunderttausender S\u00f6hne und T\u00f6chter in einem Krieg, den die Russische F\u00f6deration f\u00fchren wird und der man wegen Unentschlossenheit erlaubt hat, erfolgreich zu sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Z\u00f6gern bei der Hilfe f\u00fcr die Ukraine, das die Ukrainer in letzter Zeit bei einigen Partnerl\u00e4ndern beobachten, ersch\u00fcttert den Glauben der zivilisierten Welt daran, dass die bewaffnete Aggression der Russischen F\u00f6deration eine w\u00fcrdige Antwort erh\u00e4lt, dass der Angreifer bestraft und dass Gerechtigkeit wiederhergestellt wird. 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