{"id":32513,"date":"2015-03-31T12:28:09","date_gmt":"2015-03-31T12:28:09","guid":{"rendered":"http:\/\/uacrisis.org\/?p=21744"},"modified":"2015-04-04T00:12:23","modified_gmt":"2015-04-03T22:12:23","slug":"21744-latvia_informacijna_vojna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uacrisis.org\/de\/21744-latvia_informacijna_vojna","title":{"rendered":"Die Ukraine soll der Welt eigene Informationsinhalte anbieten \u2013 Experten zur Antwort auf die aggressive Informationspolitik Russlands"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Kiew, 30. M\u00e4rz 2015<\/em><\/strong> \u2013 Die starke Medienpr\u00e4senz Russlands und deren aggressive Informationskampagne stellt f\u00fcr die baltischen L\u00e4nder, die Ukraine, Georgien und Moldawien eine Gefahr f\u00fcr ihre Sicherheit dar. Dar\u00fcber berichteten Vertreter der Initiative \u201eBaltic to Black Sea Alliance\u201c w\u00e4hrend des Runden Tisches \u201eAntwort auf die aggressive Informationspolitik Russlands\u201c in ihrem Vortrag. \u201eInformation hat sich zur Waffe gewandelt. Sie ist eine Gefahr f\u00fcr die baltischen L\u00e4nder, die Ukraine, Georgien und Moldawien. Unsere Antworten m\u00fcssen demokratische Mittel sein. Wir d\u00fcrfen nicht mit den gleichen Propagandamethoden antworten\u201c, erkl\u00e4rte Sarmite Elerte, Vorsitzende von \u201eBaltic to Black Sea Alliance\u201c, als sie die Paneldiskussion er\u00f6ffnete. Russland nahm Kurs, die Informationsbeeinflussung in strategisch wichtigen L\u00e4ndern der ehemaligen UdSSR zu erh\u00f6hen, wobei haupts\u00e4chlich russischsprachige B\u00fcrger angesprochen werden, denen das Konzept der \u201eRussischen Welt\u201c aufgedr\u00e4ngt wird. Nach Meinung der lettischen Experten ist die Verbreitung solcher Informationen eine direkte Bedrohung der Stabilit\u00e4t und Sicherheit dieser L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Die lettischen Experten f\u00fcr Informationssicherheit empfehlen der Ukraine, die medialen Ressourcen zu erh\u00f6hen. Unter anderem sollen die Besitzer von Medien transparent sein, sowie Alternativen zum russischen Medienraum unterst\u00fctzt, eine Selbstregulierung von Journalisten entwickelt, ein Europ\u00e4ischer Pool mit beruflichen Journalisten gegr\u00fcndet und das Angebot alternativer russischsprachiger Sendungen verst\u00e4rkt werden. \u201eDie L\u00e4nder der Region sollen staatliche Fernsehkan\u00e4le gr\u00fcnden, wo auch russischsprachige B\u00fcrger arbeiten, aber bei denen die Informationen nicht durch Russland kontrolliert werden, sondern hohen europ\u00e4ischen Qualit\u00e4tsstandards entsprechen\u201c, empfahl Sarmite Elerte.<\/p>\n<p>Die Expertin merkte auch an, dass in den Nachbarstaaten von Russland der \u00f6ffentliche Informationsraum anormal ist. Der Einfluss russischer Medien unter der russischsprachigen Bev\u00f6lkerung ist so bedeutend, dass nationale Inhalte vor diesem Hintergrund verloren gehen. Eine M\u00f6glichkeit, dem Angriff russischer Medien entgegenzuwirken, ist die zunehmende Nutzung von Internet und sozialen Netzen. Das, obwohl es eine negative Seite mit den sogenannten \u201eInternet-Trollen\u201c gibt.<\/p>\n<p>Nach Angaben von Ewgenij Fedtschenko, dem Mitbegr\u00fcnder der Bewegung StopFake, besteht die Gefahr der russischen Propaganda darin, dass sie nicht ideologisch ist, sondern sich ausschlie\u00dflich auf Unsinn st\u00fctzt. \u201eDie russische Propaganda arbeitet an der Widerlegung der Werte von V\u00f6lkern und der westlichen Gesellschaft, den Grundprinzipien von Demokratie, der Pressefreiheit und freier Wahlen, damit die Leute keine Sinngemeinschaft bilden\u201c, merkte er an. Gegenpropaganda ist hier nicht zielf\u00fchrend, weil man Unsinn nicht mit Logik bek\u00e4mpfen kann, man kann ihn nicht verneinen, wie zum Beispiel das k\u00fcrzlich verbreitete \u201eBalalaika-Verbot von Obama\u201c. Der einzig richtige Weg, die russische Propaganda zu bek\u00e4mpfen, ist nach Meinung von Fedtschenko, die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Menge an Inhalten zu produzieren und die Message \u00fcber unz\u00e4hlige Vertriebskan\u00e4le zu verbreiten.<\/p>\n<p>Maxim Sawanewskij, der Partner von Plus One DA und Mitbegr\u00fcnder des Ukrainischen Crisis Media Center, meint, dass das ukrainische Internet vom russischen abh\u00e4ngt. Unter anderem beeinflusst das auch die russische Sprache, was allen Seiten klar ist. Das Internet, einschlie\u00dflich sozialer Netze, ist die Basis zum Verbreiten von Fake-Meldungen, wobei dies in unglaublicher Geschwindigkeit geschieht. \u201eIn der Ukraine besuchen zirka vier Millionen Ukrainer ukrainische Nachrichten-Webseiten, aber weitere zwei Millionen lesen Nachrichten auf russischen Webseiten. Das bedeutet, dass der Einfluss russischer Medien bis jetzt erhalten bleibt. Allerdings verringerte sich die Zahl der Fans von russischen Webseiten im letzten Jahr\u201c, merkte der Experte an. Daf\u00fcr werden unsere Webseiten und die Accounts von Ukrainern von russischer Seite aktiv gesperrt. Nach Meinung von Maxim Sawanewskij fehlt es der Ukraine bisher an einer normalen Beziehung zu Internet-Gesellschaften, wie zum Beispiel zu Vertretungen von Facebook oder Youtube. Der Hauptansatz, mit dem Russland arbeitet, ist die maximale Desorientierung der Ukrainer. \u201eOft werden Videos mit Witzen \u00fcber das ukrainische Milit\u00e4r hochgeladen, was die Ukrainer demoralisiert und eine negative Einstellung zur Staatsf\u00fchrung provoziert\u201c, f\u00fchrte der Spezialist ein Beispiel auf und schlug als Ma\u00dfnahme im Kampf gegen die Propaganda vor, zu versuchen, den Zugang zu zweifelhaften russischen Webseiten und Accounts zu blockieren.<\/p>\n<p>Nach Meinung von Jarina Kljutschkowskaja, der gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Direktorin der Agentur Grou, besteht in dieser Situation das Problem der Informationspolitik im Misstrauen gegen\u00fcber dem Staat. Um wieder Vertrauen herzustellen, bedarf es einer gegenseitigen Kommunikation, wo die B\u00fcrger im Zentrum stehen, und nicht die F\u00fchrungskr\u00e4fte. Die Expertin empfiehlt, die interne Kommunikationen zwischen den verschiedenen Beh\u00f6rden in Gang zu bringen und die \u201eKommunikationsorgane\u201c des Staates auszubauen, damit sie kein Sprachrohr zur Verbreitung von Propaganda sind, sondern lernen, einen offenen Dialog zu f\u00fchren, um eine einheitliche Informationspolitik zu schaffen. Jarina Kljutschkowskaja schl\u00e4gt auch vor, die politische Kommunikationskomponente von der staatlichen zu trennen. \u201eMan muss zwischen Staat und Politik unterscheiden k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rte sie. Staatsarbeit soll keine politische Kampagne sein.<\/p>\n<p>Alexander Iljaschenko, Mitglied im Nationalrat f\u00fcr Fernsehen und Rundfunk in der Ukraine, merkte an, dass die Frage zur Regulierung der Informationspolitik schwierig ist. \u201eDerzeit gibt es keine gesetzlichen Hebel, um etwas gegen Propaganda zu unternehmen, wie wir es uns w\u00fcnschen\u201c, sagte er. Und er erkl\u00e4rte, dass wenn Medien dagegen versto\u00dfen, der Nationalrat nur eine Verwarnung aussprechen kann. Aber der Nationalrat setzt sich daf\u00fcr ein, die gesetzliche Grundlage zu \u00e4ndern, um auf Zuwiderhandlungen finanziell einzuwirken, was soviel hei\u00dft, Strafen einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die stellvertretende Ministerin f\u00fcr Informationspolitik, Tatjana Popowa, erkl\u00e4rte, dass heute neue Technik notwendig ist, um Sendungen in die besetzten Gebieten zu \u00fcbertragen. Ein Teil der Technik kam bereits aus Polen, weitere wird aus Litauen erwartet. \u201eUnsere Technik wurde auf der Krim und im Donbass beschlagnahmt. Wenn wir neue bekommen, werden wir in den besetzten Gebieten russischsprachige Inhalte ausstrahlen\u201c, versprach sie. Gro\u00dfe Hoffnung setzt sie auf die Gr\u00fcndung des geplanten staatlich Senders mit ausl\u00e4ndischem Programm \u201eUkraine Tomorrow\u201c. Tatjana Puschnowa, die Direktorin des bereits bestehenden Kanals \u201eUkraine Today\u201c, der im Ausland sendet, merkte an, dass im Bereich der Informationspolitik staatliche Hilfe ben\u00f6tigt wird. Aber die Hauptsache ist, dass die Programme nicht gest\u00f6rt werden. \u201eWir sind bereit, Inhalte anzubieten. Geben Sie uns nur die Plattform daf\u00fcr\u201c, betonte sie.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Diskussion wies Dmitrij Kuleba, Botschafter f\u00fcr Sonderaufgaben am ukrainischen Au\u00dfenministerium, auch auf den Mangel an ausl\u00e4ndischen Inhalten hin. \u201eKeine Inhalte, keine PR, keine Kommunikation\u201c, betonte er. Nach seiner Meinung ist es notwendig, eine methodische Einsch\u00e4tzung zur Propagandawirkung zu entwickeln. \u201eRussische Propaganda ist wie ein Virus, das den K\u00f6rper bef\u00e4llt. Wer dagegen immun ist, kann sie besiegen\u201c, verglich Kuleba und betonte, dass die Ukraine der Welt eigene Informationsinhalte anbieten soll.<\/p>\n<p>Natalja Popowitsch, die Mitbegr\u00fcnderin des Ukrainischen Crisis Media Centers, merkte an, dass wir \u00fcber ein historisches Ged\u00e4chtnis der sowjetischen Vergangenheit und die Okkupation verf\u00fcgen, und dass wir verstehen, was in Georgien geschah und die Folgen kennen. \u201eWir sind uns bewusst, dass all unsere Ressourcen durch Medien und Aktivisten von Nichtregierungsorganisationen erg\u00e4nzt werden, sowie durch das Potential der Regierungen aus der Ukraine und dem Baltikum, aus Zentral- und Osteuropa, und aus der ganzen Welt. Entsprechend m\u00fcssen wir analysieren und effektiv vorgehen. Es ist notwendig, der Gefahr einer informativen Besatzung entgegenzutreten, die durch RT, Sputnik usw. verbreitet wird\u201c, betonte Popowitsch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kiew, 30. 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