{"id":326768,"date":"2025-01-24T02:38:22","date_gmt":"2025-01-24T00:38:22","guid":{"rendered":"https:\/\/uacrisis.org\/1065"},"modified":"2025-01-24T02:49:33","modified_gmt":"2025-01-24T00:49:33","slug":"1065","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uacrisis.org\/de\/1065","title":{"rendered":"1065. Kriegstag: Angriff auf Saporischschja, Selenskyj \u00fcber Verhandlungen, FT \u00fcber westliche Kr\u00e4fte"},"content":{"rendered":"\n<h2><strong><strong>Russland greift Saporischschja mit Raketen an<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In der Nacht des 23. Januar haben die russischen Truppen vier Raketenangriffe auf Saporischschja durchgef\u00fchrt. Es gab gro\u00dfe Sch\u00e4den und viele Verletzte. Dies gab der Leiter der Gebietsverwaltung Saporischschja, Iwan Fedorow, bekannt. 25 Opfer sind bekannt, darunter ein zwei Monate alter Junge. Ein 47-j\u00e4hriger Mann ist umgekommen. Infolge des Beschusses geriet ein Industriegeb\u00e4ude in Brand, Wohnh\u00e4user und Fahrzeuge wurden durch die Druckwelle und Tr\u00fcmmer besch\u00e4digt und ein zweist\u00f6ckiges Wohngeb\u00e4ude wurde zerst\u00f6rt, berichtet die Polizei.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong><strong>Selenskyj \u00fcber die Bedingungen f\u00fcr Verhandlungen<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wolodymyr Selenskyj hat betont, dass sich die russischen Truppen auf die Frontlinien vor der gro\u00df angelegten Invasion zur\u00fcckziehen m\u00fcssten. Seiner Ansicht nach w\u00e4re dies eine M\u00f6glichkeit, Verhandlungen zur Beendigung des Krieges aufzunehmen. Dies erkl\u00e4rte der ukrainische Pr\u00e4sident am 22. Januar in einem Interview mit Bloomberg am Rande des Wirtschaftsforums in Davos. Selenskyj sagte au\u00dferdem, dass jede in der Ukraine stationierte Friedenstruppe auch US-Truppen umfassen m\u00fcsse. Zugleich betonte er, dass die Ukraine &#8220;kein St\u00fcck Papier akzeptieren wird, wie es das Budapester Memorandum ist&#8221;. &#8220;Es beinhaltet, wie in der NATO, die M\u00f6glichkeit, im Falle einer Bedrohung der Souver\u00e4nit\u00e4t Konsultationen einzuberufen. Wir haben sie nach der Besetzung der Krim einberufen. Und glauben Sie, dass jemand gekommen ist? Nein&#8221;, sagte Selenskyj.<\/p>\n\n\n\n<h2><strong><strong>FT \u00fcber m\u00f6gliche ausl\u00e4ndische Truppen in der Ukraine<\/strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ukrainische Politiker gehen davon aus, dass eine Entsendung von 40.000 bis 50.000 ausl\u00e4ndischen Soldaten als Sicherheitskr\u00e4fte entlang der Frontlinien machbar w\u00e4re. Die Financial Times schrieb dar\u00fcber am 23. Januar und betont, dass die Pr\u00e4sidentschaft Donald Trumps die Idee des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron wiederbelebt, ein westliches Milit\u00e4rkontingent in der Ukraine zu stationieren, um k\u00fcnftig gegen neue russische Aggressionen vorzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Idee sei noch vor einem Jahr als nicht umsetzbar und zu riskant abgelehnt worden, schreibt die FT. Doch seitdem sei die ukrainische Armee in Schwierigkeiten geraten und die Aussichten auf eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine seien geschm\u00e4lert. Donald Trump wiederum habe wiederholt erkl\u00e4rt, dass er die K\u00e4mpfe so schnell wie m\u00f6glich beenden wolle. Kyjiw hingegen signalisiere seine Bereitschaft zu einer Einigung, wenn die Verb\u00fcndeten verl\u00e4ssliche Sicherheitsgarantien b\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie die FT schreibt, sei es \u00fcbertrieben, wenn der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj von der Notwendigkeit von 200.000 Soldaten spreche. Nach Aussagen von Personen, die an den Verhandlungen zwischen Kyjiw und seinen Verb\u00fcndeten beteiligt seien, w\u00fcrden ukrainische Politiker die Entsendung von 40.000 bis 50.000 ausl\u00e4ndischen Soldaten f\u00fcr durchaus realistisch halten. Der britische Premierminister Keir Starmer und NATO-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte w\u00fcrden das Thema voraussichtlich am 3. Februar bei einem &#8220;informellen Treffen&#8221; besprechen. Bisher h\u00e4tten lediglich die baltischen Staaten Unterst\u00fctzung f\u00fcr diese Idee signalisiert, sofern es sich um eine gr\u00f6\u00dfere Mission unter Beteiligung weiterer Verb\u00fcndeter handeln w\u00fcrde, schreiben die Journalisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Macron seine Idee \u00e4u\u00dferte, ausl\u00e4ndische Truppen in die Ukraine zu schicken, meinte er, dass europ\u00e4isches Milit\u00e4rpersonal dabei eine wichtige unterst\u00fctzende Rolle \u00fcbernehmen k\u00f6nnte. Dazu z\u00e4hlen etwa der Schutz kritischer Infrastrukturen, die Ausbildung ukrainischen Milit\u00e4rpersonals und die \u00dcberwachung der Grenze zu Belarus. Allerdings habe Trumps Wiederwahl den Verlauf der Debatte ver\u00e4ndert, meint die FT.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schwerpunkt liege nun darauf, wie europ\u00e4ische Truppen zur Friedenssicherung eingesetzt werden k\u00f6nnten und wie sie zur Unterst\u00fctzung der ukrainischen Verteidigungskr\u00e4fte beitragen k\u00f6nnten. Die Mission, schreibt die FT, solle drei Ziele verfolgen: der Ukraine die Unterst\u00fctzung des Westens zuzusichern, Russland von k\u00fcnftigen Angriffen abzuhalten und den USA zu zeigen, dass Europa sich f\u00fcr die Sicherheit der Ukraine einsetzen werde.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ehemalige NATO-Vertreter und heutiges Mitglied des European Council on Foreign Relations, Camille Grand, sagte in Bezug auf die Frage, wie eine westliche Truppenstationierung in der Ukraine aussehen k\u00f6nnte, dass eine solche Truppe stark genug sein m\u00fcsse, um kein leichtes Ziel f\u00fcr Russland zu sein. Grand sch\u00e4tzt, dass die Truppe 40.000 Mann umfassen k\u00f6nnte. Dabei d\u00fcrfte ihre Gr\u00fcndung im Rahmen einer Koalition unter F\u00fchrung Gro\u00dfbritanniens, Frankreichs und der Niederlande sowie unter Beteiligung der baltischen und nordischen L\u00e4nder erfolgen. Um das Risiko einer Eskalation mit Russland zu begrenzen, solle die Rolle der NATO minimiert werden. Grand schl\u00e4gt au\u00dferdem vor, dass die EU im Rahmen des sogenannten &#8220;Berlin-Plus-Formats&#8221; die strategischen Planungsf\u00e4higkeiten der NATO f\u00fcr Friedenssicherungseins\u00e4tze wie in Bosnien und Herzegowina nutzen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei einer m\u00f6glichen Mission w\u00fcrde es sich nicht um eine traditionelle Friedensmission handeln, sie w\u00fcrde aber auch nicht an der Front eingesetzt werden. Das westliche Milit\u00e4r w\u00e4re somit eher eine &#8220;stabilisierende Kraft&#8221; oder &#8220;Abschreckungskraft&#8221; und nicht eine v\u00f6llig neutrale &#8220;Friedenstruppe&#8221;. Als Beispiel nennt die FT das Modell S\u00fcdkoreas, wo US-Truppen stationiert sind. Ein weiteres Beispiel ist die von der NATO gef\u00fchrte &#8220;Friedensmission&#8221; im Kosovo.<\/p>\n\n\n\n<p>Die FT stellt auch klar, dass es m\u00f6glicherweise nie zu einem Einsatz ausl\u00e4ndischer Truppen in der Ukraine kommen wird, da die Idee selbst auf einem m\u00f6glichen Abkommen mit Russland basiere, das es der Ukraine erm\u00f6glichen w\u00fcrde, ihre Souver\u00e4nit\u00e4t und Armee zu behalten, ihr Territorium zu kontrollieren und ein demokratisches Land zu bleiben. Ein Land, das mit dem Westen zusammenarbeitet. Die FT warnt vor einem m\u00f6glichen Szenario, dass Russland dem m\u00f6glicherweise nie zustimmen wird. Dar\u00fcber hinaus kann Moskau jeden Vertrag, den es unterzeichnet, k\u00fcndigen. Zudem k\u00f6nnte Europa aus Angst vor einer Eskalation des Konflikts mit Russland die Entsendung von Truppen in der hei\u00dfen Phase des Krieges ablehnen. Und selbst wenn die Staats- und Regierungschefs der L\u00e4nder einer solchen Mission zustimmen, k\u00f6nnte sie von den Parlamenten oder W\u00e4hlern der jeweiligen L\u00e4nder blockiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings betont die FT, dass die Risiken einer Truppenentsendung im Vergleich zu den Risiken einer Unt\u00e4tigkeit gering seien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland greift Saporischschja mit Raketen an In der Nacht des 23. Januar haben die russischen Truppen vier Raketenangriffe auf Saporischschja durchgef\u00fchrt. Es gab gro\u00dfe Sch\u00e4den und viele Verletzte. Dies gab der Leiter der Gebietsverwaltung Saporischschja, Iwan Fedorow, bekannt. 25 Opfer sind bekannt, darunter ein zwei Monate alter Junge. Ein 47-j\u00e4hriger Mann ist umgekommen. 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