{"id":35551,"date":"2015-05-27T17:48:18","date_gmt":"2015-05-27T17:48:18","guid":{"rendered":"http:\/\/uacrisis.org\/?p=25481"},"modified":"2015-05-29T13:52:04","modified_gmt":"2015-05-29T10:52:04","slug":"25481-discussion-ukraine-otan-partenariat-pour-l-europe-unie-et-libre-l-ukraine-crisis-media-center","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uacrisis.org\/de\/25481-discussion-ukraine-otan-partenariat-pour-l-europe-unie-et-libre-l-ukraine-crisis-media-center","title":{"rendered":"Ukraine \u2013 NATO: Partnerschaft f\u00fcr ein vereintes und freies Europa"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=uCtTQg0BnA4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">WATCH IN ENGLISH<\/a><\/p>\n<p><em><strong>Kiew, 27. Mai 2015<\/strong><\/em> \u2013 Im Ukrainischen Crisis Media Center fand eine Diskussion zum Thema \u201eUkraine \u2013 NATO: Partnerschaft f\u00fcr ein vereintes und freies Europa\u201c statt. Die Teilnehmer waren: Alexej Makejew, Direktor der politischen Abteilung am ukrainischen Au\u00dfenministeriums; Iwanna Klimpusch-Zinzadse, Parlamentsabgeordnete und Vorsitzende der Parlamentsdelegation Ukraine-NATO; Jamie Shea, Gehilfe des stellvertretenden NATO-Generalsekret\u00e4rs; Nikolaj Kapitonenko, Direktor des Zentrums f\u00fcr Internationale Beziehungen; und Bruno Lete, Programmkoordinator des \u201eMarshall Fund\u201c (Br\u00fcssel). W\u00e4hrend der Diskussion wurde die Rolle der Zusammenarbeit zwischen der NATO und der Ukraine besprochen, sowie Schritte zur Festigung dieser Beziehungen.<\/p>\n<p>Am 26. Mai unterzeichnete der ukrainische Pr\u00e4sident die neue Nationale Sicherheitsstrategie, in der die Zusammenarbeit mit der NATO eines der wichtigsten Elemente f\u00fcr die Sicherheit, die territoriale Integrit\u00e4t und Souver\u00e4nit\u00e4t der Ukraine ist. Gerade richtet sich die ukrainische Sicherheitspolitik auf Erfolge, die f\u00fcr eine NATO-Mitgliedschaft notwendig sind. \u201eDie Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und jedem NATO-Mitglied ist sehr wichtig. Eines der Hauptelemente unserer Strategie besteht darin, eine NATO-Mitgliedschaft zu diesem Zeitpunkt nicht direkt zu fordern, sondern uns auf sie vorzubereiten. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir unser Land und den Sicherheitssektor reformieren. Das n\u00e4chste Dokument, das durch den Pr\u00e4sidenten beschlossen wird, widmet sich Reformen des gesamten ukrainischen Sicherheitssektors\u201c, erkl\u00e4rte Alexej Makejew.<\/p>\n<p>In der neuen Fassung der Nationalen Sicherheitsstrategie wird das Wort \u201eNATO\u201c 25 Mal erw\u00e4hnt \u2013 zum Vergleich: in der vorigen Fassung von 2012 gab es 2 Erw\u00e4hnungen. Dies zeigt, wie sehr die Ukraine die Zusammenarbeit mit der NATO vertiefen will. Ein weiterer Beleg ist der Zuspruch in der Bev\u00f6lkerung: laut der letzten Umfrage unterst\u00fctzen 51 Prozent eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine gegen\u00fcber 25 Prozent 2009. \u201eHeute besteht die Notwendigkeit und M\u00f6glichkeit, die Zusammenarbeit zwischen der NATO und der Ukraine zu vertiefen. Und obwohl eine NATO-Mitgliedschaft weit entfernt ist, muss diese Frage auf der Tagesordnung bleiben und bei der NATO sollen die T\u00fcren f\u00fcr die Ukraine offen sein\u201c, erg\u00e4nzte Nikolaj Kapitonenko.<\/p>\n<p>\u201eW\u00e4hrend des vergangenen Jahres verstanden wir, dass die Sicherheit der Ukraine auch unsere Sicherheit ist. Wir, bei der NATO, verstehen sehr gut, dass je sicherer, stabiler und demokratischer die Ukraine ist, desto geringer wird die Bedrohung der Gebiete unserer NATO-L\u00e4nder. Der Ukraine zu helfen, ist nicht nur eine moralische Pflicht, sondern die Hilfe f\u00fcr ein demokratisches Land, das in Schwierigkeiten ist. Das ist im Interesse aller Mitglieder der Allianz. Die NATO zielt auf eine Partnerschaft mit der Ukraine\u201c, erkl\u00e4rte Jamie Shea.<\/p>\n<p>Er merkte an, dass die Hauptaufgabe der NATO derzeit darin besteht, die heutige Situation zu stabilisieren. Die NATO sieht die Minsker Vereinbarungen vom Februar zur Zeit als einzige M\u00f6glichkeit. Gerade deshalb rufen alle Mitgliedsstaaten der Allianz Russland und die Separatisten im Osten der Ukraine dazu auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die NATO sieht es auch als notwendig an, Kiew st\u00e4rkere Hilfe zu gew\u00e4hren. Vor einigen Wochen wurde mit Unterst\u00fctzung von Rum\u00e4nien ein Trustfond der NATO f\u00fcr die Ukraine er\u00f6ffnet. Die NATO hat weitere solcher Fonds, wie einen Fond zur Rehabilitierung von Soldaten mit Unterst\u00fctzung von Estland, einen zur Luftraum\u00fcberwachung, und einen zur Verwaltung milit\u00e4rischer Karrieren. Derzeit gibt es Ausbildungen im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich. NATO-Experten sind in Kiew als Berater des Verteidigungsministeriums t\u00e4tig. Einzelne NATO-Mitglieder bieten der Ukraine individuelle Hilfen an. Zum Beispiel ist ein ganzer Trupp aus den USA auf einem \u00dcbungsplatz, um 300 ukrainische Soldaten 8 Wochen lang auszubilden. Gro\u00dfbritannien entsandte auch einen Trupp, um mit den ukrainischen Seestreitkr\u00e4ften \u00dcbungen durchzuf\u00fchren. \u201eWir vergr\u00f6\u00dferten die Anzahl unserer politischen Beratungen. Das Gremium der Ukraine-NATO war noch nie so ausgelastet. Wir planen auch, die Ukraine in alles zu integrieren und an allem zu beteiligen, was die NATO ausmacht. Dies ist sehr wichtig, damit unsere Zusammenarbeit nicht nur draus besteht, dass die NATO nach Kiew geht, sondern Kiew soll auch an der Arbeit der NATO teilnehmen. Das ist die beste Variante, der Ukraine Zugang zu milit\u00e4rischen Ausbildungen und Aktionen auf h\u00f6chstem Niveau zu gew\u00e4hren. Die T\u00fcren der NATO stehen der Ukraine in Zukunft offen und sie hat ihren Platz in den euroatlantischen Sicherheitsstrukturen\u201c, erg\u00e4nzte Jamie Shea.<\/p>\n<p>Iwanna Klimpusch-Zinzadse erkl\u00e4rte, dass die Entscheidung \u00fcber einen zweckbestimmten NATO-Fond im vergangenen Herbst getroffen wurde, aber die ukrainische Staatsf\u00fchrung brauchte sehr viel Zeit, um alle notwendigen Dokumente vorzubereiten, die bis heute nicht zur Ratifizierung an die Werchowna Rada \u00fcbergeben wurden. Die Regierung sch\u00e4tzt die Beteiligung der NATO-Berater sehr hoch, aber die Staatsf\u00fchrung nutzt diese M\u00f6glichkeit nicht. Gerade deshalb kam die Idee auf, die NATO zur weiteren Arbeit mit dem ukrainischen Parlament f\u00fcr die Beschleunigung von Reformen hinzuzuziehen. \u201eWir wissen, dass die NATO keine milit\u00e4rische L\u00f6sung des Konflikts sieht. Wir stimmen dem zu. Aber wir merken auch, dass wir unser milit\u00e4risches Potential zusammen mit unseren diplomatischen Aktivit\u00e4ten vergr\u00f6\u00dfern m\u00fcssen, um der Bedrohung entgegenzuwirken. Wir rufen die NATO dazu auf, in dieser Richtung aktiver zu sein. Gerade finden \u00dcbungen der Nationalgarde statt. Unsere Streitkr\u00e4fte brauchen sie sehr dringend. Wir h\u00f6ren viele Argumente seitens der NATO, dass die Ukraine nicht aufger\u00fcstet werden soll, weil dies Russland nur provozieren w\u00fcrde. Aber die Ukrainer schossen auf der Krim keine einzige Kugel, doch hat dies dabei geholfen, den Konflikt im Osten zu vermeiden? In diesem Jahr wurde der Jahresplan zur Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und der NATO relativ sp\u00e4t, am 23. April, vom Pr\u00e4sidenten vorgestellt. Dadurch verloren wir viel Zeit und die in dem Plan vorgesehenen Aktivit\u00e4ten sind haupts\u00e4chlich formal. Sie spiegeln die lebensnotwendigen Probleme und die sich \u00e4ndernde Situation nicht ab. Das sollte in Zukunft korrigiert werden\u201c, erkl\u00e4rte Iwanna Klimpusch-Zinzadse.<\/p>\n<p>Jamie Shea entgegnete darauf, dass er absolut versteht, dass die Werchowna Rada gewisse Gesetze beschlie\u00dfen muss, um den Trustfond zu nutzen. Er versprach, die Staatsf\u00fchrung in dieser Frage zur Eile zu dr\u00e4ngen. Er merkte auch an, dass die NATO \u00fcber keine Waffen verf\u00fcgt, da sich diese bei den NATO-Mitgliedstaaten befinden und sie m\u00fcssen entscheiden, was sie damit tun. Einige gew\u00e4hrten der Ukraine bereits eine hohe Anzahl an Waffen. Und wenn die Rede \u00fcber Defensivwaffen geht, hei\u00dft das nicht, dass sie ineffektiv sind. \u201eDas Wesentliche, was zur Festigung der Beziehungen zwischen der NATO und der Ukraine getan werden muss, ist, dass die NATO die Ukraine von einem langfristigen, strategischen und geopolitischen Standpunkt betrachtet. Sie muss die fundamentale Rolle verstehen, die die Ukraine in der europ\u00e4ischen Sicherheit spielt. Die Ukraine muss ihrerseits ihren Ernst und ihre Zuverl\u00e4ssigkeit dadurch beweisen, indem sie alles umsetzt, was wir vereinbaren\u201c, fasste Jamie Shea zusammen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WATCH IN ENGLISH Kiew, 27. Mai 2015 \u2013 Im Ukrainischen Crisis Media Center fand eine Diskussion zum Thema \u201eUkraine \u2013 NATO: Partnerschaft f\u00fcr ein vereintes und freies Europa\u201c statt. 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