{"id":53673,"date":"2016-05-15T21:02:06","date_gmt":"2016-05-15T21:02:06","guid":{"rendered":"http:\/\/uacrisis.org\/?p=43045"},"modified":"2017-03-08T14:19:14","modified_gmt":"2017-03-08T12:19:14","slug":"43045-deutsch-hybrider-krieg-in-der-ukraine-perspektiven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uacrisis.org\/de\/43045-deutsch-hybrider-krieg-in-der-ukraine-perspektiven","title":{"rendered":"Hybrider Krieg in der Ukraine &#8211; Perspektiven"},"content":{"rendered":"<p>Interview mit dem franz\u00f6sischen Forscher Ulrich Buna<\/p>\n<p><em>Ein Hauptproblem der Ukraine im Konflikt im Donbass und zur Zukunft der Minsker Vereinbarungen war, dass der Westen das Wesen eines \u201ehybriden Kriegs\u201c nicht versteht. Dar\u00fcber sprachen Journalisten mit Ulrich Buna, einem franz\u00f6sischen Forscher und Autor des Buchs \u201eHybrider Krieg in der Ukraine \u2013 Perspektiven\u201c.<\/em><\/p>\n<p><strong>Sie sind der Autor des Buchs \u201eHybrider Krieg in der Ukraine \u2013 Perspektiven?\u201c, das im Verlag \u201eCygne\u201c (Frankreich) erschien. Was ist nach Ihrer Meinung dem westlichen Publikum \u00fcber das Wesen eines \u201ehybriden Kriegs\u201c nicht bekannt?<\/strong><\/p>\n<p>Die Bedeutung des Begriffs \u201eHybrider Krieg\u201c wurde seit seiner Entstehung, als er Anfang der 2000er von amerikanischen Ausgaben erstmals verwendet wurde, bedeutend erweitert. Damals wurde der Begriff f\u00fcr die Art des Kriegs verwendet, der zwischen Tschetschenien und Russland stattfand. Heute wird der Begriff manchmal f\u00fcr alle Handlungen der Russischen F\u00f6deration benutzt. Trotzdem finde ich den Vorschlag interessant, die Definition dieses Begriffs zu aktualisieren, \u00fcber den so viel gesprochen wird, aber \u00fcber den es keine klare Vorstellung gibt, was er eigentlich bedeutet. Aus diesem Grund versuchte ich die Mechanismen eines \u201eHybriden Kriegs\u201c anschaulich aufzuzeigen, sowie die Vorteile, ihn zu f\u00fchren, aber auch seine Grenzen. Dies geschah am Beispiel verschiedener Operationen von Russland in der Ukraine. Eine dieser Einschr\u00e4nkungen ist unter anderem, wie das Vorbild eines \u201eHybriden Kriegs\u201c auf der Krim zum Scheitern von \u201eNoworossija\u201c f\u00fchrte, \u00fcber das Wladimir Putin heute gar nicht mehr spricht.<\/p>\n<p>Wenn man es breiter betrachten m\u00f6chte, versuchte ich in meinem Buch, die Gr\u00fcnde und Besonderheiten dieses Konflikts zu erkl\u00e4ren, dessen Wesen f\u00fcr Frankreich relativ unverst\u00e4ndlich blieb. Ich versuchte, \u00fcber die Grenzen der Propaganda zu gehen und eine eher akademische Sicht auf die Fakten vorzulegen, die sich auf mein Wissen im Bereich der internationalen Beziehungen st\u00fctzen. Ich hoffe, dass mir dies gelang.<\/p>\n<p><strong>Was kann man gegen einen \u201eHybriden Krieg\u201c tun?<\/strong><\/p>\n<p>Hier sehe ich zwei grundlegende M\u00f6glichkeiten: eine zivile und eine milit\u00e4rische. Der Erfolg eines \u201eHybriden Kriegs\u201c basiert vor allem auf einer gro\u00df angelegten Propaganda, die auf soziale Gruppen gerichtet ist, die sich selbst abzugrenzen versuchen \u2013 nach ethnischen, religi\u00f6sen oder wirtschaftlichen Merkmalen. Dadurch geht es im Kampf gegen diese Propaganda vorrangig um das Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchl zur Gesamtgesellschaft. Eine Person, die sich wirtschaftlich und sozial in die Gesellschaft integriert f\u00fchlt, ist weit weniger gef\u00e4hrdet, in die F\u00e4nge der feindlichen Propaganda zu geraten. \u00dcbrigens, obwohl die russischen Fernsehsender derzeit mit Propaganda \u00fcberf\u00fcllt sind, ist es sehr wichtig, der russischsprachigen Bev\u00f6lkerung eine alternative und qualitative Informationsquelle in ihrer Sprache zu bieten.<\/p>\n<p>Was die milit\u00e4rischen Optionen angeht, muss hier in einer vorrangigen Richtung gearbeitet werden. Die meisten Operationen eines \u201eHybriden Kriegs\u201c bestehen aus \u201eSabotaget\u00e4tigkeiten von eingeschleusten Agenten oder ideologischen Anh\u00e4ngern\u201c, weshalb man in erster Linie f\u00fcr eine Spionageabwehr sorgen muss. Au\u00dferdem braucht man professionelle Abteilungen gegen Massenunruhen, die sich damit besch\u00e4ftigen, diese zu neutralisieren oder solche F\u00e4lle zu verhindern, wenn kleine Menschengruppen Verwaltungsgeb\u00e4ude st\u00fcrmen wollen, wie es im April 2014 in Donezk und Slowjansk passierte. Letztlich erh\u00f6ht eine gut ausger\u00fcstete und vorbereitete Armee die Risiken und den Preis f\u00fcr einen Aggressor bedeutend, den er f\u00fcr eine Invasion zahlen m\u00fcsste. Dies betrifft besonders \u201eHybride Operationen\u201c, da sie Gewaltanwendung nur beschr\u00e4nkt vorsehen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Element, das meiner Meinung nach im Fall der Ukraine sehr wichtig ist: Admiral Beresowskij lief bei der Krimannexion auf die russische Seite \u00fcber. Dieses Beispiel zeigt anschaulich, dass Korruption und ein schwaches Staatssystem dem Feind die M\u00f6glichkeit gibt, in dessen Strukturen einzudringen, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden. Dadurch kann der gesamte Staat lahm gelegt werden. Deshalb ist eine Rechtshoheit und eine effektive Korruptionsbek\u00e4mpfung auch sehr wichtig, um einem \u201eHybriden Angriff\u201c etwas entgegen zu setzen.<\/p>\n<p><strong>Die Methoden der russischen Propaganda erwiesen sich in Ihrem Land, in Frankreich, als sehr wirksam. Was kann man dagegen unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p>In Frankreich nutzt die russische Propaganda zwei Tr\u00fcmpfe: sie bietet einfache Antworten auf schwierige Fragen (Krieg in der Ukraine, Kampf gegen den internationalen Terrorismus, Fl\u00fcchtlingskrise) und sie facht gewisse unwahre Geschichten an, die von einem gewissen Teil der Bev\u00f6lkerung geglaubt wird, wie Antiamerikanismus, die Suche nach einem charismatischen F\u00fchrer oder die Angst vor einem m\u00f6glichen Verfall Frankreichs. Diese Palette erm\u00f6glicht es der russischen Propaganda, eine ganze Reihe von Behauptungen aus dem rechts- und linksradikalen Spektrum f\u00fcr sich zum Vorteil zu nutzen. Gerade deshalb ist es so schwierig, dem entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>Gleichzeitig gibt es Entscheidungsvarianten, wie zum Beispiel den Zugang zu objektiven und richtigen Informationen f\u00fcr alle, insbesondere solche, die die reale Situation in Russland betreffen: das BIP pro Kopf liegt ungef\u00e4hr auf dem Niveau von Polen, die extreme Korruption&#8230; Diese Realit\u00e4t ist weit von dem Bild entfernt, dass Russland ein starker Staat sei, traditionelle Werte vertritt und dem \u201everdorbenen Westen\u201c Widerstand leistet. Was den Konflikt in der Ukraine betrifft, m\u00fcssen alternative und abgewogene Informationen von der ukrainischen Diaspora eine wesentliche Rolle spielen.<\/p>\n<p><strong>Deutschland und Frankreich versichern bisher, dass sie f\u00fcr die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen stehen, die im Februar 2015 erreicht wurden. Gleichzeitig zeigt sich seit \u00fcber einem Jahr, dass die dringendsten Sicherheitsfragen (Waffenruhe und Waffenabzug) nicht erf\u00fcllt wurden. Ist es an der Zeit, die Minsker Vereinbarung faktisch als \u201egescheitert\u201c zu betrachten? Warum sind westliche Diplomaten nicht dazu bereit?<\/strong><\/p>\n<p>Meine Meinung zu den Minsker Vereinbarungen ist nicht so pessimistisch. Sicher, bisher ist noch kein Mechanismus zur politischen Beilegung des Konflikts umgesetzt worden, allerdings f\u00fchrten die Minsker Vereinbarungen, sowie die T\u00e4tigkeit der Kontaktgruppe und die OSZE-Mission vor Ort dazu, dass die Kampfhandlungen wesentlich zur\u00fcckgingen. Nat\u00fcrlich ist das kein Allheilmittel, aber es hat zumindest das Leben der Zivilbev\u00f6lkerung etwas erleichtert. Sie ist Geisel der Situation und diese Vereinbarungen erm\u00f6glichten es, gr\u00f6\u00dfere Opfer unter den Soldaten auf beiden Seiten der kriegsf\u00fchrenden Parteien zu verhindern und mehrfach einen Gefangenenaustausch durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Ein endg\u00fcltiger Verzicht auf die Minsker Vereinbarungen w\u00e4re ein \u201eSprung ins kalte Wasser\u201c, was die Kampfhandlungen wahrscheinlich wieder anfachen w\u00fcrde. Eine solche Entwicklung wird weder im Westen, noch in der Ukraine, oder in Russland gew\u00fcnscht. Deshalb beharren eben alle auf den Minsker Vereinbarungen, die bisher die einzige sichere \u201eRoadmap\u201c zur Regelung des Konflikts sind. Was man aber tats\u00e4chlich machen sollte, w\u00e4re, ihre Existenzf\u00e4higkeit zu st\u00e4rken. Als Anfang w\u00e4re das, der OSZE-SMM mehrere Vollmachten einzur\u00e4umen und deren Handlungsspielraum auszuweiten, damit beide Konfliktparteien gezwungen sind, die Waffenruhe einzuhalten und die Verlegung von schweren Waffen zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>Was waren Ihrer Meinung nach die gr\u00f6\u00dften Fehler der Ukraine seit Beginn dieses Konflikts?<\/strong><\/p>\n<p>Der \u201eHybride Krieg\u201c, der von Russland auf der Krim und im Donbass ausgel\u00f6st wurde, st\u00fctz sich vor allem auf eine perfekte Propagandamaschine. Alle Kommunikationsprobleme spielen damit in die H\u00e4nde der Propagandisten. Leider sah die Kommunikation der ukrainischen Regierung oftmals sehr plump aus. Nehmen wir das Beispiel mit dem Gesetz \u00fcber den Status der russischen Sprache, das von der Werchowna Rada aufgehoben wurde. Obwohl die Entscheidung nicht rechtskr\u00e4ftig wurde, war es ein echtes Geschenk f\u00fcr die russische Propaganda, die es nutzte, um die \u00c4ngste unter der russischsprachigen Bev\u00f6lkerung im Donbass zu sch\u00fcren. Man k\u00f6nnte auch fragen, ob es sinnvoll ist, die Operation im Osten \u201eAnti-Terror-Operation\u201c zu nennen, da damit alle \u00fcber einen Kamm geschoren werden, die sich auf der Seite der von den Separatisten kontrollierten Gebiete befinden. Oder es ist zu fragen, warum unter den Freiwilligenbataillonen wirklich Einheiten sind, die neonationalistisch sind \u2013 dies spielt wieder den russischen Medien in die H\u00e4nde, um den Mythos \u201eKiewer Neonazis\u201c zu speisen. Noch kr\u00e4nklicher ist, dass die Ukraine zu wenig tut, damit solche Informationen nicht zu den Leuten kommen, die sich in den von den Separatisten kontrollierten Gebieten befinden. Das verst\u00e4rkt nur ihr Gef\u00fchl, dass sie im Stich gelassen wurden.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber milit\u00e4rische Dinge sprechen, so scheint es, dass die Niederlage von Ilowajsk nicht nur auf das Konto der russischen Armee geht. Ein Teil des ukrainischen Generalstabs ignorierte besorgniserregende Meldungen des Nachrichtendiensts und trat daf\u00fcr ein, die Kampfhandlungen fortzusetzen, was letztlich zur Vernichtung ukrainischer Soldaten f\u00fchrte. Nat\u00fcrlich kann man auch die Frage stellen, wie sinnvoll es war, den Donezker Flughafen bis zum Letzten zu halten und dabei auf den Mut der \u201eCyborgs\u201c zu hoffen. Dabei waren die ukrainischen Soldaten bereits gezwungen, bei Rotationen die Checkpoints der Separatisten zu passieren.<\/p>\n<p><strong>In Ihrem Buch schreiben Sie, dass sich die ukrainische Gesellschaft immer st\u00e4rker dem Rand zwischen \u201eM\u00fcdigkeit und Radikalisierung\u201c n\u00e4hert. Welche konkreten Beispiele k\u00f6nnen Sie nennen?<\/strong><\/p>\n<p>Die M\u00fcdigkeit in der ukrainischen Gesellschaft zeigt sich auf verschiedene Art. Zum einen steigt die Zustimmung, dass \u201ewenn die Separatisten so sehr ihre Unabh\u00e4ngigkeit wollen, dann sollen sie sie bekommen und unabh\u00e4ngig werden\u201c. Eine Umfrage, die Anfang Sommer 2015 durchgef\u00fchrt wurde, ergab, dass die Mehrheit der Ukrainer bereit w\u00e4re, die besetzten Gebiete im Donbass aufzugeben, wenn sie daf\u00fcr Frieden bek\u00e4men. Ein weiteres Anzeichen f\u00fcr die M\u00fcdigkeit sind auch die zahlreichen F\u00e4lle, dass sich kaum mehr jemand bei der Mobilisierungswelle im Sommer 2015 rekrutieren lie\u00df. Niemand hat gro\u00dfartig Lust, an eine \u201eeingefrorene Front\u201c zu fahren, um f\u00fcr den Erhalt des \u201eStatus Quo\u201c zu k\u00e4mpfen und zu sterben.<\/p>\n<p>Was die Radikalisierung angeht, scheint mir, dass dies einen relativ kleinen Teil der Gesellschaft ber\u00fchrt. Dies zeigt sich in dem Wunsch, der gesamten Willk\u00fcr durch \u00e4u\u00dferste Gewalt ein Ende zu setzen. Das Chaos in der Werchowna Rada vom 31. August 2015 zeigte, dass diese Tendenz zwar keine Massenerscheinung ist, aber dass sie vorhanden ist.<\/p>\n<p><strong>St\u00e4ndig steigt der Druck auf die Ukraine, im Osten Wahlen durchzuf\u00fchren und die Verfassung zu reformieren. Die letzten Ereignisse, wie die Reise des franz\u00f6sischen Au\u00dfenministers (Ayrault) nach Moskau und die Abstimmung der Nationalversammlung \u00fcber die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland, lassen vermuten, dass sich die Position von Frankreich allm\u00e4hlich zugunsten Russlands \u00e4ndert und aus der Isolation tritt. Welche \u00c4nderungen sind in n\u00e4chster Zeit und dar\u00fcber hinaus zu erwarten?<\/strong><\/p>\n<p>Die Abstimmung der Nationalversammlung ist kein wirklich wichtiges Ereignis. Die Rede ist eher \u00fcber riskante Abstimmungen, die in den Sitzungen der Versammlung immer wieder stattfinden, wenn nur wenige Abgeordnete anwesend sind. Meiner Meinung nach wird sich diese Entscheidung mittelfristig in keiner Weise auf die franz\u00f6sische Au\u00dfenpolitik auswirken. Gleichzeitig \u00e4nderte sich offenbar die Rhetorik westlicher L\u00e4nder und von Frankreich im Umgang mit Kiew. Je mehr und \u00f6fters Hilfe geleistet werden soll, werden gewisse Bedingungen gestellt, wie reale Reformen in der Ukraine. Vielleicht zeigt dies eine bestimmte Gereiztheit bei dem langsamen Modernisierungstempo innerhalb des ukrainischen Staates, sowie bei der Krise, die das Ende der Regierung von Jazenjuk begleitete. All dies l\u00e4sst vermuten, dass die ukrainische politische Elite keine wirklichen \u00c4nderungen will. Parallel festigte der russische Kampfeinsatz in Syrien die Position von Baschar al-Assad. Dadurch wurde ein Dialog mit Moskau notwendig. Ohne Russland wird es kaum gelingen, den Krieg in Syrien zu beenden und die Fl\u00fcchtlingskrise zu l\u00f6sen, die mitunter durch diesen Krieg verursacht wurde.<\/p>\n<p>Damit beginnt f\u00fcr die Ukraine gerade eine schwierige Zeit. Der Westen ist nicht mehr bereit, ohne Gegenleistungen zu helfen und fordert beharrlicher Reformen, einschlie\u00dflich bei der Verfassung. Allerdings kann man meiner Meinung nach nicht von einem vollst\u00e4ndigen Bruch bei der Zusammenarbeit mit Kiew sprechen. Der Westen wird die Ukraine auch weiterhin unterst\u00fctzen, aber diese Hilfe wird geringer ausfallen, wenn nicht mit Reformen begonnen wird. Was die Sanktionen betrifft, ist die Zeit, die jetzt beginnt, entscheidend. Wenn die Waffenruhe ab 1. Mai und dar\u00fcber hinaus real anh\u00e4lt, auf die man sich einigte, kann Russland damit rechnen, dass die Sanktionen der EU aufgehoben werden. Ende Juni soll \u00fcber deren Fortsetzung entschieden werden und im Fall einer Aussetzung wird der Druck auf Kiew steigen, endg\u00fcltig f\u00fcr das Dezentralisierungsgesetz zu stimmen. Wenn die Waffenruhe nicht lange h\u00e4lt, werden die Sanktionen aller Wahrscheinlichkeit nach verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p><strong>Wie wird sich die Situation auf der Krim und in der Ostukraine weiter entwickeln? Und warum?<\/strong><\/p>\n<p>Was die Krim betrifft, scheint mir eine R\u00fcckkehr der Halbinsel zur Ukraine mittelfristig unm\u00f6glich. Die Mehrheit der Russen ist auch weiterhin davon \u00fcberzeugt, dass die Annexion rechtm\u00e4\u00dfig war und meint, dass man darauf stolz sein kann. Es ist auch schwer vorstellbar, dass Wladimir Putin seine Entscheidung \u00e4ndern wird.<\/p>\n<p>Was den Donbass angeht, bef\u00fcrchte ich, dass sich die Situation nicht sonderlich ver\u00e4ndert. Die F\u00fchrer der \u201eLuhansker und Donezker Volksrepubliken\u201c entstammen kriminellen Gruppen, die diese Situation zur Selbstbereicherung nutzen. Deshalb sind sie auf keinen Fall daran interessiert, dass die Gebiete zur\u00fcck zur Ukraine kommen. Russland will sich auch die M\u00f6glichkeit offen halten, die Ukraine durch diesen Konflikt zu schw\u00e4chen. Der Kreml kann den Konflikt wieder anfachen, wenn es seinen strategischen Interessen dient. Au\u00dferdem erlitt der Donbass bedeutende Zerst\u00f6rungen und die Mittel, die zur Wiederherstellung der Region notwendig sind, \u00fcbersteigen derzeit die finanziellen M\u00f6glichkeiten der Ukraine, aber auch die von Russland. Gerade befinden sich beide L\u00e4nder in einer sehr schwierigen Wirtschaftssituation, weshalb beide L\u00e4nder faktisch kein Interesse daran haben, die Kontrolle \u00fcber diese Gebiete zu \u00fcbernehmen. Leider sind die Zivilisten Geiseln dieser Situation. Sollte der Konflikt auch auf der Seite der von den Separatisten kontrollierten Gebiete allm\u00e4hlich \u201eeingefroren\u201c werden, entsteht ein zweites Transnistrien und darunter wird gerade die Zivilbev\u00f6lkerung leiden.<\/p>\n<p><em>Das Interview wurde von Tetjana Ogarkowa gef\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/uacrisis.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/photo-cv1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"lazyload  wp-image-43047 alignnone\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 170 224'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/uacrisis.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/photo-cv1.jpg\" alt=\"photo cv\" width=\"170\" height=\"224\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00dcber den Autor: Ulrich Buna schloss die Magistratur des Pariser katholischen Instituts im Fach \u201eGeopolitik und internationale Sicherheit\u201c ab und verf\u00fcgt \u00fcber langj\u00e4hrige Beratungserfahrung. Durch seine Erfahrungen bei der Erforschung der Prozesse in Zentral- und Osteuropa kennt Ulrich Buna die Besonderheiten in der Region und in der Ukraine sehr gut, unter anderem w\u00e4hrend der Zeit nach dem Euromaidan.<\/p>\n<figure class=\"mace-gallery-teaser\"\n\tid=\"mace-gallery-53673-1\"\n\tdata-g1-gallery-title=\"\"\n\tdata-g1-gallery=\"[{&quot;type&quot;:&quot;image&quot;,&quot;id&quot;:53675,&quot;title&quot;:&quot;photo cv&quot;,&quot;thumbnail&quot;:&quot;https:\\\/\\\/uacrisis.org\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2016\\\/05\\\/photo-cv1-150x150.jpg&quot;,&quot;3-2-thumbnail&quot;:&quot;https:\\\/\\\/uacrisis.org\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2016\\\/05\\\/photo-cv1.jpg&quot;,&quot;full&quot;:&quot;https:\\\/\\\/uacrisis.org\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2016\\\/05\\\/photo-cv1.jpg&quot;}]\"\n\tdata-g1-share-shortlink=\"https:\/\/uacrisis.org\/de\/43045-deutsch-hybrider-krieg-in-der-ukraine-perspektiven#mace-gallery-53673-1\"\n\t>\n\t<a class=\"mace-gallery-teaser-poster\">\n\t\t<img width=\"318\" height=\"409\" src=\"https:\/\/uacrisis.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/photo-cv1.jpg\" class=\"attachment-bimber-grid-standard-2x size-bimber-grid-standard-2x\" alt=\"\" loading=\"lazy\" srcset=\"https:\/\/uacrisis.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/photo-cv1.jpg 413w, https:\/\/uacrisis.org\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/photo-cv1-233x300.jpg 233w\" sizes=\"(max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/>\t\t<span class=\"mace-gallery-teaser-button\">\n\t\t\t<span class=\"g1-epsilon g1-epsilon-1st mace-gallery-teaser-button-text\">View Gallery<\/span>\n\t\t\t<span class=\"g1-meta mace-gallery-teaser-button-counter\">\n\t\t\t\t1 image\t\t\t<\/span>\n\t\t<\/span>\n\t<\/a>\n<\/figure>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit dem franz\u00f6sischen Forscher Ulrich Buna Ein Hauptproblem der Ukraine im Konflikt im Donbass und zur Zukunft der Minsker Vereinbarungen war, dass der Westen das Wesen eines \u201ehybriden Kriegs\u201c nicht versteht. 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