1328. Kriegstag: Russlands neue Angriffstaktik, Objekte auf Krim im Visier, Lage in Region Donezk

Neue Taktik der Russischen Föderation: Angriff auf die Eisenbahninfrastruktur

Russland ist auf eine neue Strategie von Raketen- und Drohnenangriffen umgestiegen, bei der neben Angriffen auf Objekte der Energieinfrastruktur auch Objekte des Eisenbahnnetzes angegriffen werden. Es ist bekannt, dass auf der Schiene wesentlich größere Gütermengen transportiert werden können als auf der Straße. Aus diesem Grund werden in der Ukraine viele Militärgüter auf der Schiene transportiert.

Laut OSINT-Forschern griffen die Russen im September 2025 mindestens 36 Anlagen der Energieinfrastruktur an, darunter auch Umspannwerke. Dies erschwert den Betrieb und droht, den Eisenbahnverkehr in bestimmten Regionen zum Erliegen zu bringen. Dies könnte auf den Versuch hindeuten, Panik in der Zivilbevölkerung zu schüren und den Druck auf die politische Führung des Landes zu erhöhen. Russland greift auch gezielt einzelne Züge an und nicht nur strategische Objekte.

In der Nacht zum 17. September 2025 führten die Besatzer massive Angriffe auf die Eisenbahninfrastruktur der Ukraine durch. Drohnenangriffe auf Umspannwerke und Stromleitungen führten zu Zugverspätungen in Richtung Dnipro und Odessa. In der Nacht zum 2. Oktober griffen die Besatzer die Bahnstrecke im Bezirk Butscha in der Region Kyjiw an. Nach dem Angriff auf ein Depot brach in Odessa ein Großbrand aus. Auch die Bahnstrecke in Konotop wurde beschädigt. Am 4. Oktober griff die russische Besatzungsarmee den Bahnhof der Gemeinde Schostka in der Region Sumy mit Drohnen an. Ein Personenzug wurde getroffen, eine Person kam ums Leben, weitere wurden verletzt. Am 7. Oktober wurde in Poltawa ein Lokomotivdepot angegriffen, aber auch ein Kraftwerk, das für die Stromversorgung der Eisenbahn zuständig ist. Darüber hinaus schlugen die Besatzer in der Nähe des Bahnhofs Nossiwka-Nischyn in der Region Tschernihiw zu. Am 9. Oktober griffen die Russen erneut die Eisenbahn in der Region Sumy an. 

Oleksandr Perzowskyj, der Generaldirektor der Ukrainischen Eisenbahn “Ukrzaliznyzja”, berichtete, dass die russischen Streitkräfte jede Nacht sechs bis sieben Kamikaze-Angriffsdrohnen vom Typ Shahed starten und sie auf Lokomotiven richten. Der Feind greift auch weiterhin die Eisenbahn an, um die Verbindungen zu den Frontgebieten, insbesondere zu den Regionen Sumy und Tschernihiw, abzuschneiden. Der Feind will so die Hauptrouten blockieren und versucht, Ausweichrouten zu blockieren. Gleichzeitig verstärkt der Feind die Bombardierung von Wohnvierteln in Großstädten, vor allem in den Millionenstädten Charkiw, Dnipro und Odessa, was bei den Menschen Panik auslöst und sie dazu veranlasst, die Städte zu verlassen.

Somit verfolgt Russland gleich zwei Ziele: die Evakuierung von Zivilisten zu verhindern und den Transport von Gütern für die Streitkräfte der Ukraine zu blockieren. Die Evakuierung der Flüchtlinge und die Versorgung der Streitkräfte wird sich daher auch auf Autobahnen verlagern, wo die beiden gegenläufigen Verkehrsströme (Ost und West) aufeinanderprallen und unweigerlich zu Staus führen, was die Versorgung des Militärs erneut verschlechtert.

Laut dem Militärexperten Wladislaw Selesnjow ist sich der Feind darüber im Klaren, dass Erfolg von der Verfügbarkeit von Ressourcen auf dem Schlachtfeld abhängt. Deshalb wolle der Feind die Bewegung der Verteidigungskräfte an verschiedenen Frontabschnitten so weit wie möglich verlangsamen. Ziel der Besetzer sind daher Bahnhöfe, Flussbrücken, Eisenbahntunnel sowie Kraftwerke, und die Zivilbevölkerung, so der Plan der Besatzer, solle, da sie nicht evakuiert werden könne, zusätzlichen Druck auf die Führung des Landes ausüben, um sie zu für die Russische Föderation günstigen Bedingungen an den Verhandlungstisch zu bringen.

Ukraine greift mit Drohnen Ölterminal und ein Umspannwerk auf der Krim an

In der Nacht des 13. Oktober haben ukrainische Drohnen eine Reihe von Objekten auf der von Russland besetzten Krim angegriffen, die im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt wurden. Zu den betroffenen feindlichen Objekten gehört das Ölterminal Feodossija. Drohnen griffen mindestens fünf Tanklager an, wodurch auf dem Gelände ein Großbrand ausbrach. Attackiert wurde auch das 220-kV-Umspannwerk Kafa (Feodossija), das Teil der Energiebrücke Russland-Krim ist. Dadurch kam es zu Spannungsabfällen. Getroffen wurde zudem das 330-kV-Umspannwerk Simferopol. Dort kam es zu einer Reihe von Explosionen.

Verteidigungskräfte der Ukraine drängen russischen Truppen in der Region Donezk zurück

Die Verteidigungskräfte der Ukraine haben die Truppen des Aggressors Russland in der Nähe von Nowyj Schachowe, Solotyj Kolodjas, Kutscherowyj Jar und Nowopawliwka in der Region Donezk zurückgedrängt. Dies wurde am späten Abend des 12. Oktober vom ukrainischen Analyseprojekt DeepState gemeldet. Gleichzeitig stellen die Analysten fest, dass die russischen Besatzer in Kutscherowyj Jar und in der Nähe von Schachowe vorrücken.

In einer Videobotschaft am 12. Oktober erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, die ukrainischen Streitkräfte würden ihre Gegenoffensive bei Dobropillja und am Frontabschnitt Saporischschja fortsetzen und erzielten dort einen Vormarsch von mehr als drei Kilometern. So hätten die ukrainischen Streitkräfte eine erfolgreiche Gegenoffensive in Richtung Orichiw durchgeführt und  hätten mehrere Siedlungen in der Gemeinde Stepnohirsk im Bezirk Wassiliw in der Region Saporischschja befreit.