1419–1423. Kriegstag: Energie-Notstand, Verbrechen gegen Menschlichkeit, “Ramstein”-Energietreffen

Die Woche war geprägt von anhaltenden Kampfhandlungen und einer Notlage im Energiesektor – bei strengem Frost von -18 bis -20 Grad Celsius sahen sich mehrere ukrainische Regionen, darunter auch die Hauptstadt Kyjiw, mit massiven Stromausfällen und fehlender Heizung konfrontiert.

Zum Ende der Woche kam es in der Hauptstadt und der Region zu Stromabschaltungen. Im Durchschnitt gab es drei Stunden Strom, gefolgt von zehn Stunden ohne. 400 Haushalte in Kyjiw sind weiterhin ohne Heizung. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Notstand im Energiewesen ausgerufen und der ukrainische Sicherheitsdienst SBU bezeichnete die Angriffe Russlands auf den Energiesektor als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Insgesamt habe Russland seit Beginn der Invasion mehr als 13.300 Raketen und 142.300 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert, so Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj.

Die USA bezeichneten die russischen Angriffe als “unverständliche Eskalation” und Hohn auf Trumps Bemühungen. Die ukrainische Armee hat die Flagge der Ukraine auf dem Rathaus von Kupjansk gehisst, und die Säuberungen in der Stadt stehen kurz vor dem Abschluss. Das ukrainische Parlament hat den bisherigen Minister für Digitales, Mychajlo Fedorow, zum Verteidigungsminister ernannt.

Am Ende der Woche traf die IWF-Direktorin Kristalina Georgieva in Kyjiw zu Gesprächen auf höchster Ebene ein.

Ukraine ruft “Energie-Ramstein” ein.

Außenminister Andrij Sybiga hat bekannt gegeben, dass die Ukraine im Namen von Premierministerin Julia Swyrydenko gemeinsam mit dem Energieministerium ein Energietreffen im “Ramstein-Format” einberuft. Er gab dies auf seiner Facebook-Seite bekannt. Kyjiw erhofft sich von den Verbündeten bei dem Treffen zusätzliche Beiträge und konkrete Zusagen zur Unterstützung des Energiesektors. Ihm zufolge erwartet die Ukraine in naher Zukunft auch neue bilaterale Hilfspakete von ihren Partnern.