1510.-1514. Kriegstag: Kämpfe und Beschuss, Hoffnung auf EU-Kredit, Wendepunkt im Krieg möglich

Die Woche war geprägt von verstärkten Kämpfen an der Front sowie einer Intensivierung des russischen Beschusses vor dem Hintergrund von Äußerungen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über einen kritischen Mangel an Raketen für die Patriot-Systeme. Die “Oster-Waffenruhe” wurde fast 11.000 Mal von den Russen gebrochen, woraufhin der Beschuss nochmals zunahm.

Zu Beginn der Woche verübten die Russen Raketen-Terror gegen Zivilisten: In der Stadt Dnipro wurden vier Menschen getötet und 25 verletzt, außerdem gab es einen Drohnenangriff auf ein Krankenhaus in Cherson und den Abwurf von Gleitbomben in der Region Charkiw.

Selenskyj sagte über die Patriot-Raketen: “Der Mangel ist jetzt schon so groß, schlimmer kann es nicht mehr werden.” Unmittelbar danach erfolgte ein weiterer massiver russischer Angriff auf Kyjiw, Odessa, und Dnipro mit mindestens 16 Toten und Dutzenden Verletzten.

Diplomatisch war die Woche von Viktor Orbáns Niederlage bei den ungarischen Wahlen geprägt. Das ukrainische Außenministerium erklärte, die Ukraine und Ungarn verdienten eine gute Nachbarschaft. Der Kreml hingegen spielte Orbáns Niederlage bewusst herunter, um Druck auf die Ukraine auszuüben, so das Institute for the Study of War (ISW).

Unterdessen besteht Hoffnung, dass der 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU freigegeben wird: Die erste Tranche soll für die Drohnen-Produktion verwendet werden. Großbritannien hat der Ukraine außerdem das größte Hilfspaket in der Geschichte des Landes zur Verfügung gestellt: 120.000 Drohnen.

Russlands Offensive verliert an Schwung: Wie 2026 zum Wendepunkt im Krieg werden könnte.

Im Zentrum eines Artikels der deutschen WELT steht das Gefühl einer Veränderung im Krieg Russlands gegen die Ukraine, schreibt Olesya Zhygalyuk, BBC News Ukraine. Der Artikel spiegelt den Trend wider: Die russische Frühjahrsoffensive ist faktisch “verpufft”, da sie ihre erklärten Ziele nie erreicht hat. Parallel dazu baut die Ukraine ihre eigenen Kapazitäten aus, vor allem im Bereich unbemannter Technologien. Es ist dieser Kontrast, der die vorherrschende Stimmung der Stunde prägt. Wie WELT schreibt, scheint ein Wendepunkt im Ukraine-Krieg nicht mehr fern. Er erscheint zunehmend als ein reales Szenario, das in naher Zukunft, vielleicht sogar noch in diesem Jahr, eintreten könnte.