Koordinatorin von „Krim-SOS“: Die Einstellung zu den Flüchtlingen verschlechterte sich in der Gesellschaft – Untersuchung

Koordinatorin von „Krim-SOS“: Die Einstellung zu den Flüchtlingen verschlechterte sich in der Gesellschaft – Untersuchung
10. März 2015.

Kiew, 10. März 2015 – Die Einstellung zu den Binnenflüchtlingen aus dem Osten und von der Krim verschlechterte sich in der ukrainischen Gesellschaft. Darüber berichtete die Koordinatorin der Organisation „Krim-SOS“, Tamila Taschewa, während einer Pressekonferenz im Ukrainischen Crisis Media Center.

Die schlechteste Einstellung erfahren Roma-Flüchtlinge. Die Mehrzahl von ihnen wurde in Charkow untergebracht. Die positivste Einstellung gilt Flüchtlingen von der Krim, insbesondere den Krimtataren. „In den Gebieten von Cherson und Lwow, wo die meisten Menschen von der Krim unterkamen, werden sie tolerant aufgenommen“, sagte die Koordinatorin von „Krim-SOS“.

Nach Angaben von Tamila Taschewa sind das die Schlüsse aus den Ergebnissen der Untersuchung, die von Aktivisten und Freiwilligen mit Hilfe eines kanadischen Fonds zur Unterstützung von Lokalinitiativen durchgeführt wurde.

Im Rahmen dieser Untersuchung wurden von Juli bis Anfang August 2014 900 Personen aus 5 Städten der Ukraine (Kiew, Cherson, Charkow, Lwow und Winniza) befragt. Das Ziel war, wesentliche Tendenzen in der Wahrnehmung der Gesellschaft gegenüber Flüchtlingen zu bestimmen, sowie Medien in Bezug auf die Darstellung der Probleme von Binnenflüchtlingen aus dem Osten und von der Krim zu analysieren.

Die Koordinatorin von „Krim-SOS“ merkte an, dass vor einem Jahr, sofort nach der Annexion der Krim und nach dem Beginn der Kampfhandlungen im Osten, eine völlig positive Einstellung gegenüber Flüchtlingen im übrigen Gebiet der Ukraine beobachtet wurde. „Aber im Juli/August des vorigen Jahres begannen immer mehr Flüchtlinge darüber zu sprechen, dass sie keine Arbeit finden können oder dass es für sie schwer ist, gerade aufgrund ihrer Herkunft Wohnraum zu finden“, erklärte Tamila Taschewa. Nach ihren Worten nannten 80 Prozent von Makler, die an der Umfrage teilnahmen, Probleme mit der Voreingenommenheit gegenüber Flüchtlingen in Bezug auf das Mieten von Wohnungen.

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