Die Kreativindustrie hat die Chance, die ukrainische Wirtschaft zu retten, auch dank des Exports – Experten

Die Kreativindustrie hat die Chance, die ukrainische Wirtschaft zu retten, auch dank des Exports – Experten
08. Juli 2015.

Kiew, 8. Juli 2015 – Vernunft, harte Arbeit und Kreativität – das ist die Formel für ein erfolgreiches Unternehmen in der Ukraine und Garant für den wirtschaftlichen Erfolg der Ukraine unter diesen Bedingungen. Diese Meinung vertrat Alexander Sawtschenko, Ökonom und Präsident des Internationalen Wirtschaftsinstituts während eines Runden Tisches im Ukrainischen Crisis Media Center. Nach seiner Meinung muss man bei Innovationen nach Ressourcen suchen, sowohl bei der Kreativität, als auch im Dienstleistungsbereich. „Industrie und Landwirtschaft bedeutet heute Armut.“

Nach Angaben von Sawtschenko gibt es bei der Abwertung der ukrainischen Währung auch etwas positives: sie eröffnet die Möglichkeiten zum Export. „Für uns stehen 25 Prozent des zollfreien Weltmarkts offen. Wenn das Abkommen mit den USA abgeschlossen wird, kann die Ukraine nicht nur in die EU, sondern auch in die USA und nach Kanada zollfrei exportieren. Für die ukrainische Wirtschaft eröffnen sich 50 Prozent des Weltmarkts“, erklärte er. Und jedes Geschäft, das nichts mit Beamten zu tun hat, ist im Vorteil. Darunter ist auch die IT-Branche. „Nach ungefähren Schätzungen liegt der Export der ukrainischen IT-Branche zwischen 42 und 45 Mrd. Hryvna“, sagte der Direktor des Verbands „IT Ukraine“, Viktor Walejew.

Nach Meinung von Alexander Tkatschenko, dem Generaldirektor von „1+1 Media“, besteht eine Überlebenschance der ukrainischen Wirtschaft in der Entwicklung des Exportpotentials, unter anderem für die Kreativwirtschaft. Auf dem Markt der Teleindustrie gibt es in unserem Land zwei aussichtsreiche Branchen: die Produktion neuer Formate und Ideen, sowie der Export von Dienstleistungen für Kunden von Filmen, Serien und Werbung. Aber hier sind die Unternehmer vom Staat unabhängig und es gibt den Bedarf nach Steuervergünstigungen. „Steuervergünstigungen werden nicht nur zum Bau von Filmstudios führen, sondern auch zur Erhöhung von Arbeitsplätzen in der Ukraine. Und nach unseren bescheidenen Berechnungen können die Einnahmen zwischen 100 und 200 Mio. Dollar erreichen“, betonte Alexander Tkatschenko.

Konstantin Koschemjaka, Gründer der Druckerei HUSS und Ideengeber für das Kreativwirtschaftsportal Chernozem, erklärte, dass es der Ukraine nicht an einer breiten Zusammenarbeit der Kreativindustrie fehlt, denn in unserem Land gibt es sehr intelligente Bürger mit sehr kreativen Fähigkeiten. Ein Problem ist, dass die Frage zum Schutz geistigen Eigentums ungelöst ist. „Die Initiative muss von unten kommen. Das heißt, von der sogenannten „Generation Z“, der Kreativklasse“, betonte der Experte.

„Ukrainische Unternehmen erwirtschafteten durch den Export von Computerdienstleistungen zirka 2 Milliarden Dollar, was einem Wachstum um das 40-fache entspricht. Kein Industriezweig der Ukraine hat diese Wachstumszahlen“, erklärte Jurij Antanjuk, Vorsitzender von Epam Systems Ukraine. Nach seinen Angaben ist die Kreativwirtschaft für die Ukraine sehr wichtig und aussichtsreich. Aber es gibt bessere Entwicklungschancen, wenn sich der Staat nicht einmischt und die Spielregeln nicht ständig ändert.

Julia Sawostina, die Gründerin des Projekts Made in Ukraine, merkte an, dass nationale Produzenten durch die Patriotismuswelle einen Aufschwung erlebten, wodurch ihre Einnahmen stiegen. Aber mit der Zeit sind die einheimischen Produzenten kaum mehr in der Lage, die Nachfrage in der Ukraine zu befriedigen.

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