Kreativ-Sommerfriedenslager für Kinder aus dem Donbass

Kreativ-Sommerfriedenslager für Kinder aus dem Donbass
10. Mai 2016.

Im August können sich Kinder aus dem Donbass in einem Kreativ-Sommerfriedenslager erholen, wo sie sich mit Filmkunst beschäftigen

Kiew, 10. Mai 2016 – Vom 1. bis 15. August können sich Kinder aus dem Donbass in einem Kreativ-Sommerfriedenslager erholen – in Sergejewka im Gebiet von Odessa. Darüber berichtete Larysa Artjugina, Chefin der Gesellschaftsorganisation „Neuer Donbass“, während einer Pressekonferenz im Ukrainischen Crisis Media Center.

„Wir möchten, dass sich die Kinder nicht nur erholen, sondern auch mit Friedenssicherung beschäftigen“, betonte sie.

Nach ihren Angaben werden im Lager sogenannte „Filmabteilungen“ gegründet, wo sich die Kinder damit beschäftigen, Filme zu drehen. Danach findet ein Filmfestival mit den von den Kindern aufgenommenen Filmen statt. Die Filme sollen auch in der Ostukraine gezeigt werden.

Larysa Artjugina berichtete, dass die Organisatoren 60 Kinder aufnehmen wollen: 30 aus der Region von Stanytschno-Luhansk, und 30 aus Marijinka und Krasnohoriwka. Um im Lager aufgenommen zu werden, müssen sie an einem Wettbewerb teilnehmen.

„Zuerst schreiben die Kinder ein Essay über ihre Motivation, einen Film drehen zu wollen. Dann kommen Filmemacher und führen einen praktischen Wettbewerb zur Auswahl der Kinder durch, die sich mit Filmen beschäftigen wollen und dafür geeignet sind“, sagte die Chefin der Gesellschaftsorganisation „Neuer Donbass“.

Jaroslaw Pilunskij, Leiter dieser Initiative, berichtete, dass die humanitäre Mission „Gelber Bus“ dabei hilft, die filmischen Fähigkeiten der Kinder zu entwickeln. Nach seinen Worten muss eine Informationskampagne starten, damit die Kinder aus dem Donbass auch andere Gegenden im Land sehen und andere Menschen treffen. Unter anderem drehen die Filmemacher Videos mit Grußbotschaften der Kinder aus den friedlichen Gebieten.

„Unser nächstes Ziel ist, dem Begriff der humanitären Hilfe wieder seinen eigentlichen Wert zurückzugeben. Hauptsächlich geht es dabei um materielle Hilfe, die die Bewohner in den frontnahen Gebieten natürlich benötigen. Aber die Kultur und humanitäre Wissenschaften werden dabei außer Acht gelassen“, meinte Jaroslaw Pilunskij.

Deshalb soll den Kindern in dem Sommerfriedenslager unter anderem geholfen werden, ihre Talente zu entwickeln. Außerdem teilte der Leiter der Initiative „Gelber Bus“ mit, dass gerade in Wasylkiw ein Raum für ein Kreativlager geschaffen wird, wo sich kreative Leute verschiedener Richtungen treffen können – Künstler, Architekten und Filmemacher.

Laut Daten von internationalen Organisationen lag die Ukraine 2015 beim Niveau der Depressionen auf dem zweiten Platz, sagte Kateryna Jasko, Psychologin und Vorstandsvorsitzende der Gesellschaftsorganisation „Internationale Aufklärungsinitiative „OFFENES HAUS“.

Nach ihren Angaben entwickeln sich mentale und emotionale Probleme bei Kindern. Und damit eine gesunde Generation an Kindern heranwächst, „muss eine Methode und Technik zur Entwicklung der Emotionalen Intelligenz in das Bildungssystem integriert werden“.

„Damit sie eine eigene Widerstandsfähigkeit gegen Stress entwickeln können und aufmerksam bleiben, müssen sie ihren emotionalen Bereich verstehen. Und das wesentliche ist, dass sie keine gewaltsamen Methoden anwenden“, erklärte die Psychologin.

Kateryna Jasko merkte an, dass sich das Projekt „Soziale Integration durch Entwicklung der Emotionalen Intelligenz und der Fähigkeit zur Friedenswahrung“ an Schulen in der Ostukraine richtet, indem Lehrern und Schulpsychologen geholfen wird. Später werden diese Spezialisten ihr Wissen dadurch anwenden, indem sie mit Kindern aus frontnahen Gebieten arbeiten. Gerade läuft ein Auswahlverfahren von Psychologen, die an diesem Programm teilnehmen sollen. Auch bei der Arbeit in dem Friedensferienlager im Gebiet von Odessa kommen solche Psychologen zum Einsatz. Sie werden sich mit der Fähigkeit zur Friedenswahrung und dem friedlichen Umgang mit Kindern beschäftigen.

Laut Angaben von Kateryna Jasko wird auch der Wettbewerb „Vision für die Ukraine 2030 – mein Wunschland“ vorbereitet. Kinder werden Aufsätze schreiben und jene, die am aktivsten und sozialsten sind, und die Fähigkeit zeigen, Selbstverantwortung zu übernehmen, werden als „neue Änderungsagenten“ für die Beteiligung am Lager ausgesucht.

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