Kiew
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Die gemeinnützige Serhij Schadan Stiftung: Die Ostukraine sollte ein integraler Bestandteil des nationalen Kulturraumes sein

Kiew, 30. Januar 2017.

Der berühmte ukrainische Autor Serhij Schadan hat eine gemeinnützige Stiftung mitbegründet. Bekannte ukrainische Künstler berichten von den neuesten Aktivitäten der Stiftung.

Die gemeinnützige Serhij Schadan Stiftung wird in den frontnahen Städten humanitäre Unterstützung bereitstellen, die die Bereiche Bildung, Kultur und Krankenversicherung umfasst. Dies erklärte der Dichter, Autor, Musiker, Freiwilligenhelfer und Mitbegründer der Stiftung, Serhij Schadan, in einem Briefing im Ukrainischen Krisen-Medienzentrum.

Warum wurde die Stiftung gegründet?

“Wir haben mehrere Tonnen Bücher in den Donbass geschickt und dutzende Schulen, Kindergärten, Waisenheime, Büchereien und Krankenhäuser unterstützt. Wir organisierten Festivals und Konzerte und irgendwann haben wir realisiert, dass die Zukunft dieser Arbeit nicht nur im Zusammenhang mit dem Krieg steht. Wenn wir wollen, dass der Osten der Ukraine ein integraler Bestandteil des kulturellen und politischen Raumes dieses Landes ist, müssen wir systematischer und großflächiger vorgehen. Deswegen haben wir beschlossen, uns offiziell registrieren zu lassen”, erklärte Serhij Schadan.

Die ersten Projekte: Konzerte und Bildungsprogramme

Mehrere Performances wurden bereits für Februar geplant. Das Geld wird in die Unterstützung der Familien der gefallenen Soldaten fließen. Die Stiftung wird außerdem Förderer von Bildungsprogrammen für Kinder. “In den vergangen Jahren haben wir Spielzeuge, Sportausrüstung und Bücher bereitgestellt, doch wollen wir nun eine andere Art von Hilfe leisten. Wir werden zu Bildungsprojekten wechseln und neue Berufsbilder vorstellen, die im Donbass bisher nicht sehr bekannt sind, nämlich solche, die sich mit der IT-Branche und der Landwirtschaft beschäftigen”, erzählt Oleg Abramytschew, Freiwilliger und Mitbegründer der Stiftung.

Der Osten ist ukrainisch

“Wir geben uns große Mühe, dass die Menschen im Osten nicht ihr Zugehörigkeitsgefühl zur Ukraine verlieren. Sie sollen nicht denken, dass sie nicht erwünscht sind. […] Wir sind vom Osten abhängige Menschen; wir können nicht anders als dort hinzugehen, weil wir uns unserer Verpflichtung bewusst sind. Wenn du etwas für dein Land tun kannst, dem aber nicht nachkommst, dann ist das ein Verbrechen gegen die Gesellschaft”, glaubt die Sängerin, Fernsehmoderatorin, Aktivistin und Freiwillige Angelika Rudnytsjka.

Der Musiker Ivan Lenyo, einer der Leiter der Rockband Kozak System, bemerkte, dass die Stiftung nun auch versucht, mit bereits existierenden Stiftungen, die nicht immer auf ukrainischer Seite sind, in Wettbewerb zu treten. “Es wäre gut, wenn wir mehr über jene erzählten, die wirklich gute Taten vollbringen”, kommentierte er.

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