Kiew
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Zahlreiche Veranstaltungen und eine Flussfähre für die ESC-Besucher

Kiew, 25. April 2017.

Die Besucher des Eurovision Song Contest 2017 in Kiew erwartet ein reichhaltiges Programm. Die Stadtverwaltung und die Veranstalter haben Einzelheiten bekanntgegeben. Hier ein Überblick über die wichtigsten ESC-Locations in Kiew.

Beim Eurovision Song Contest 2017 in Kiew wird es fünf Locations geben, wo die Besucher des europäischen Musikwettbewerbs ukrainische Gastfreundschaft erfahren werden. Die zentrale Location wird das “Eurovision Village” auf dem Chreschtschatyk sein, dem Prachtboulevard im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt. Das berichteten Vertreter der Stadtverwaltung und des ESC-Organisationskomitee auf einer Pressekonferenz im Ukraine Crisis Media Center. “Das ist die einzige Location, wo es Live-Übertragungen des Halbfinales und des Finales des ESC 2017 geben wird. Der Eintritt für diese Location ist kostenlos”, sagte Kyrylo Woronin, Eventmanager des ESC 2017. Neben den Live-Übertragungen ist dort auch ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm vorgesehen.

Eine weitere Location ist der “EuroClub” im Mariinsky Park. Er ist den offizielle Delegationen vorbehalten, also den akkreditierten Fans und Pressevertretern. “In den kommenden Tagen werden wir eine sehr begrenzte Anzahl von Tickets anbieten”, sagte Woronin. Dort werde auch ein Roter Teppich ausgerollt, der bisher längste in der Geschichte des ESC. Er werde durch den Mariinsky Park führen, der gegenüber des Mariinsky Palasts liegt. Woronin zufolge werden von dort aus die ESC-Besucher eine fantastische Aussicht auf das linke Ufer der ukrainischen Hauptstadt genießen können.

Die interessantesten Einzelheiten des Programms will das Organisationskomitee aber nicht verraten, damit es spannend bleibt. “Wichtig ist uns vor allem, eine einladende und kreative Atmosphäre zu schaffen”, sagte Serhij Proskurnja, Creative Supervisor des ESC 2017. Das Logo des diesjährigen ESC basiert auf einer traditionellen ukrainischen Halskette. Proskurnja sagte in diesem Zusammenhang, alle Ereignisse des ESC seien wie Perlen einer Kette. Jede von ihnen werde etwas über die Ukraine erzählen, über ihre Traditionen und ihre Gegenwart.

Die größte ESC-Location wird sich auf dem Sophienplatz befinden. Das wird eine “grüne Wiese” sein. Dort wird man noch einen Teil der Ausstellung traditioneller ukrainischer Ostereier bewundern können. Auch wird es dort eine Bühne für ein Unterhaltungsprogramm geben. Insgesamt sollen dort innerhalb von zwei Wochen mehr als elf Konzerte stattfinden. Auf dem Postplatz wird eine Retrospektive über frühere Eurovisions-Wettbewerbe zu sehen sein. Und auf dem Troizky-Platz organisiert das Kiewer Operettentheater ein eigenes Programm. “Das wird ein buntes, frohes und musikalisches Spektakel. Es wird französischen Cancan und italienische Oper geben”, sagte Diana Popowa, Leiterin der Kulturabteilung der Kiewer Stadtverwaltung.

Eine weitere Location unter dem Motto “Feel Ukraine” wird es für die Besucher des ESC auf dem Kontraktowa-Platz geben. Sie widmet sich der ukrainischen Kultur. Die fünfte Location befindet sich in der Kiewer Festung, einem ehemaligen Festungsbauwerk, das heute ein Museum sowie militärische und zivile Einrichtungen beherbergt, darunter ein Militärkrankenhaus. Der Ort wurde bewusst ausgesucht, damit verwundete Soldaten, die in der Zone der Anti-Terror-Operation im Osten der Ukraine im Einsatz waren, an ESC-Veranstaltungen teilnehmen können. Dort soll eine Kunstausstellung und am 14. Mai anlässlich des Europatages eine Wohltätigkeitsauktion stattfinden, mit der verwundete Soldaten unterstützt werden sollen. “Das wird Krieg und Frieden thematisieren, damit alle Besucher begreifen, in welcher Lage sich unser Land befindet. Mit Kunst soll der europäischen Öffentlichkeit näher gebracht werden, wie wichtig uns das ist, was im Osten der Ukraine geschieht und wie dies die ukrainischen Künstler empfinden”, so Popowa. Vor allem auf diese Location soll die Aufmerksamkeit der ausländischen Medien gerichtet werden.

Der Eintritt zu allen Locations ist kostenlos. Die Besucher müssen aber einen Personalausweis vorzeigen. Insgesamt werden 900 Freiwillige im Einsatz sein. Beworben hatten sich 11.000 Personen aus verschiedenen Ländern.

Weitere Kulturveranstaltungen

Parallel zum ESC wird in Kiew die Kunstmesse “Kyiv Art Week” stattfinden, die der zeitgenössischen ukrainischen Kunst gewidmet ist. An ihr sind fünf Kiewer Museen und mehr als zwölf Galerien beteiligt. Ein weiteres Kunstprojekt, “Face of Art”, wird in der städtischen Kunstgalerie “Lavra” stattfinden. “Das wird eine interessante Mischung sein, dank gemeinsamer Freilichtmalerei ukrainischer und europäischer Künstler. Die zehn besten Arbeiten werden bei dem gemeinsamen Projekt ausgestellt. Kurator des Projektes ist Rainald Schumacher, ein führender deutscher Kurator”, berichtete Diana Popowa.

Darüber hinaus wird erstmals das “Kyiv Light Fest” stattfinden. In dessen Rahmen wird es Licht-Projektionen auf das Gebäude des Außenministeriums am Sank-Michael-Platz, auf das Gebäude der ukrainischen Nationalbank in der Institutska-Straße sowie auf den Kiewer Schiffsanleger, das Hafengebäude am Postplatz geben.

Infrastruktur und Sicherheitsmaßnahmen

Nach Angaben von Oleksij Resnikow, dem stellvertretendem Leiter der Kiewer Stadtverwaltung, ist die ukrainische Metropole vollständig darauf vorbereitet, den Eurovision Song Contest durchzuführen. Rund um die Metro-Station “Livoberezhna” (Linkes Ufer), am International Exhibition Center, dem Austragungsort des ESC, laufen die abschließenden Arbeiten was den Landschaftsbau, die Asphaltierung und Beleuchtung angeht. Die Kiewer Stadtverwaltung versichert, dass die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen den Menschen, die in der Nähe des International Exhibition Center wohnen, keine größeren Unannehmlichkeiten bereiten werden.

Während des ESC werden die Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel erweitert. Zwischen den Hotels, in denen die offiziellen Delegationen untergebracht sind, und allen ESC-Locations werden Sonderbusse eingesetzt. Darüber hinaus wird erstmals vom Kiewer Postplatz aus eine Fähre über den Dnipro-Fluss bis zum linken Ufer verkehren. Mit ihr können die ESC-Besucher zum International Exhibition Center gelangen. Die Fahrt wird für sie zugleich eine Sightseeing-Tour sein.

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