Kiew
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Russische Hacker missbrauchen für Attacken gegen die USA Programme eines ukrainischen Softwareentwicklers

Russische Hacker missbrauchen für Attacken gegen die USA Programme eines ukrainischen Softwareentwicklers

Seit Donald Trumps Wahlsieg wird von einer Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahlen geredet. Dank dieser Einmischung soll Trump angeblich die Wahlen gewonnen haben. Trump verhält sich ständig so, als hätte er etwas zu verbergen, wodurch sich die Krise immer weiter verschärft. Vor kurzem hatte der Sonderermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre eine Grand Jury einberufen, um das Instrumentarium der Ermittlungen zu erweitern.

Das Ukraine Crisis Media Center veröffentlicht eine Übersetzung eines Artikels der Internetzeitung “Ukrajinska prawda” über einen ukrainischen Hacker, der sich freiwillig entschied, gegenüber dem FBI auszusagen, nachdem er erfahren hatte, dass eine von ihm entwickelte Software zur Manipulation der amerikanischen Wahlen 2016 verwendet wurde.

Der ukrainische Hacker, bekannt unter dem Pseudonym Profexer, ist Zeuge des FBI im Fall des Hacks der Server der Demokratischen Partei, berichtet The New York Times.  Der Leiter der ukrainischen Cyber-Polizei, Serhij Demydjuk, sagte im Interview für die amerikanische Zeitung, dass Profexer selbst zur Polizei gekommen sei. Er habe sich dazu entschieden, nachdem der amerikanische Geheimdienst veröffentlicht habe, herausgefunden zu haben, dass Hacker das von ihm entwickelte Programm “P.A.S. web shell” für Angriffe auf Server der Demokratischen Partei verwendet hätten.

Demydjuk sagte, dass Profexer dem FBI erlaubt habe, ihn als Zeugen zu führen. Mit ihm arbeite ein FBI-Agent an der US-Botschaft in Kiew. Profexer sei nicht verhaftet worden, weil er nur der Entwickler der schädlichen Software sei und diese nicht eingesetzt habe. “Er sagte uns, er habe die Software nicht dafür entwickelt, wofür sie letztendlich verwendet worden sei”, erklärte Demydjuk.

Der ukrainische Parlamentsabgeordnete Anton Heraschtschenko sagte der US-Zeitung, dass der ukrainische Programmierer für die Entwicklung der Software bezahlt worden sei. Doch habe er nicht gewusst, dass sie für russische Cyber-Attacken missbraucht werden sollte. Es gebe keine Beweise dafür, dass der ukrainische Hacker für die russische Aufklärung gearbeitet habe, aber seine Software sei für diese Ziele genutzt worden, so die Zeitung.

Berichten zufolge entdeckte der FBI außerdem Spuren der schädlichen Software auch auf Servern der Zentralen Wahlkommission der Ukraine, die während der Präsidentschaftswahlen 2014 ebenfalls unter Cyber-Attacken zu leiden hatte. Die Folgen dieser Angriffe schlachtete damals interessanterweise der erste Kanal des russischen Staatsfernsehens aus. Die Hacker hatten auf einen Server der Wahlkommission eine Seite hochgeladen, wonach angeblich der Anführer des “Rechten Sektors”, Dmytro Jarosch, bei den Wahlen die meisten Stimmen bekommen hatte. Diese Falschinformationen nutzte die russische Propaganda aus, um zu behaupten, in der Ukraine seien Rechtsextreme und Nazis an die Macht gekommen.

Ähnliche Methoden wurden auch 2016 angewandt, um E-Mails der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zu hacken, die russischen Sportlern systematisches Doping vorwirft.

Die US-Geheimdienste gehen bekanntlich davon aus, dass die Server der Demokratischen Partei im Juli 2016 unter Beteiligung der Hacker-Gruppierung ART 28, auch Fancy Bear genannt, gehackt wurden. Die Gruppierung wird mit der Hauptverwaltung für Aufklärung der Russischen Föderation (GRU) in Verbindung gebracht.

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