1316. Kriegstag: Russischer Vormarsch langsamer, Shahed-Drohnen nehmen zu, Milliardenkredit von EU

Russischer Vormarsch verlangsamt sich

Der Vormarsch der russischen Besatzungstruppen hat sich im September verlangsamt. Die Russen konnten weniger als die Hälfte der Fläche wie im August erobern. Dies berichtet das Analyseprojekt DeepState. Dem Bericht zufolge besetzten die Russen im September 259 Quadratkilometer, so wenig wie seit Mai 2025 nicht mehr. Das entspricht einer Größe von 44 Prozent der im August besetzten Fläche und 0,04 Prozent der gesamten Fläche der Ukraine. Somit halten die Russen derzeit 19,04 Prozent des Territoriums der Ukraine besetzt.

Die Analysten weisen darauf hin, dass der größte Gebietsverlust mit 53 Prozent am Frontabschnitt Nowopawliwka zu verzeichnen war, der somit der problematischste ist. Was den Frontabschnitt Pokrowsk betrifft, weisen die Analysten darauf hin, dass die Verteidigung dort weiterhin wirksam ist.

Am 30. August hatte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte bekanntgegeben, dass die russische Sommeroffensive gescheitert sei und ihr Ziel praktisch nicht erreicht habe – der Feind habe keine größere Stadt mehr vollständig unter Kontrolle bekommen. Die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) geben ihrerseits an, dass Russland vor der Herbstoffensive seine “Elite”-Einheiten neu stationiert. Den Experten zufolge wird sich Moskau darauf konzentrieren, den Rest der Region Donezk einzunehmen.

Russland setzt wieder mehr Shahed-Drohnen ein

Im September 2025 verging kein Tag, an dem Russland nicht massive Angriffe mit Kampfdrohnen auf das Territorium der Ukraine durchgeführt hat. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der vom Feind in kombinierten Angriffen eingesetzten Drohnen erneut an. Dies berichtete Novynarnia nach der Analyse der täglichen Berichte der ukrainischen Streitkräfte.

Während des massiven Beschusses im September setzte Russland 5.823 Angriffsmittel gegen die Ukraine ein (Raketen und Drohnen verschiedener Typen sowie Fake-Drohnen). Das sind durchschnittlich 194 pro Tag. Im Vormonat August waren es 4.288 Luftangriffe – durchschnittlich 138 pro Tag. Gleichzeitig wurden im Juli 6.495 Drohnen und Raketen gezählt (209 pro Tag), im Juni waren es 5.665 (durchschnittlich 182 pro Tag). Das heißt, der durchschnittliche tägliche Einsatz von Drohnen durch den Feind hat wieder zugenommen.

Insgesamt wurden im September 4.895 Drohnen neutralisiert (abgeschossen oder lokal unterdrückt). Zum Vergleich: Im August wurden 3.445 Drohnen zerstört, im Juli 5.574, im Juni 4.681, im Mai 1.852, im April 1.198, im März 2.435, im Februar 2.209 und im Januar 1.598. Im September wurden durchschnittlich 163 Drohnen pro Angriff neutralisiert. Das sind mehr als im August (111) und im Juni (90). Aber weniger als im Juli (180). Dieser Indikator lag im Mai bei 64, im April bei 44,5, im März bei 78,5 und im Februar bei 79.

Ukraine erhält Milliarden von der EU

Am 1. Oktober hat die Ukraine im Rahmen der G7-ERA-Initiative eine Tranche von der EU in Höhe von 4 Milliarden Euro erhalten. Insgesamt hat das Finanzministerium im Rahmen des ERA-Instruments bereits 14 Milliarden Euro von den geplanten 18,1 Milliarden Euro von der Europäischen Union bekommen. Es wird erwartet, dass die Ukraine die restlichen Mittel von der EU bis Ende 2025 erhält. Die Mittel können für vorrangige Ausgaben des Staatshaushalts im sozialen und militärischen Bereich sowie für den Wiederaufbau verwendet werden.

“Seit Februar 2022 ist die Europäische Union der größte Geber direkter Haushaltshilfe für die Ukraine – 62,5 Milliarden Euro. Die ERA-Mittel sind zu einem wichtigen Instrument zur Deckung des Haushaltsbedarfs im Jahr 2025 geworden”, erklärte der ukrainische Finanzminister Serhij Martschenko. Der Mechanismus der G7-Mitgliedsländer für die Ukraine in Höhe von bis zu 50 Milliarden US-Dollar sieht die Gewährung eines Kredits an die Ukraine vor, der zu Lasten der Gewinne aus dem immobilisierten russischen Staatsvermögen zurückgezahlt wird.

Für den Zeitraum 2024 bis 2025 haben die G7-Staaten und die EU der Ukraine bereits fast 28 Milliarden US-Dollar an Fördermitteln zur Verfügung gestellt. Am 10. September erhielt die Ukraine im Rahmen des ERA-Programms die vorherige Tranche der Makrofinanzhilfe der EU in Höhe von 1 Milliarde Euro. Unterdessen erwägt die EU eine neue Entscheidung bezüglich der Militärfinanzierung der Ukraine auf der Grundlage eingefrorener russischer Vermögenswerte.