1344. Kriegstag: Lage in Pokrowsk, Drohnenangriff auf Russland, Kampfboote aus Schweden und Norwegen

Russische Truppen rücken in Pokrowsk vor

Die Truppen des Aggressors Russland sind an zwei Frontlinien in den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk vorgerückt, berichtete das Portal DeepState am 29. Oktober. Die Besatzer haben in der Stadt Pokrowsk sowie in der Nähe von Tscherwonyj Lyman und Prywillja Vorstöße unternommen. Laut DeepState gelang es dem Feind, die Logistik in Richtung Myrnohrad und des gesamten Ballungsraums zu unterbrechen. Neben der Infanterie greifen russische Drohnen auch den Transport zu Stellungen und Nachschub an. Die Analysten weisen darauf hin, dass der erste großangelegte Vorstoß russischer Truppen in die Stadt Pokrowsk im Juli verzeichnet wurde. Damals entdeckten die Besatzer eine Schwachstelle in der ukrainischen Verteidigung.

Am 24. Oktober berichtete die Zeitung Ukrajinska Prawda unter Berufung auf Offiziere zweier Brigaden, dass sich derzeit mindestens 250 Besatzer in Pokrowsk aufhielten, Feuergefechte lieferten und ukrainische Militärs in Stellungen, darunter auch Drohnenpiloten, beschossen. Das Institute for the Study of War (ISW) schrieb, dass russische Truppen in den zentralen und westlichen Teilen von Pokrowsk vorgerückt seien und entlang der Eisenbahnlinie Stellung bezogen hätten.

Am 26. Oktober bestätigte der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine, dass die russische Armee etwa 200 Besatzungstruppen in Pokrowsk zusammengezogen habe. Am selben Tag wies der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj russische Falschmeldungen über die angebliche Einkesselung tausender ukrainischer Kämpfer in den Gebieten Kupjansk und Pokrowsk zurück. Am 27. Oktober erklärten Vertreter der Streitkräfte der Ukraine, dass in Pokrowsk noch immer Häuserkämpfe stattfänden, die Truppen des Aggressors Russland aber noch keinen der Stadtbezirke vollständig unter ihrer Kontrolle hätten. Am 28. Oktober teilte das ukrainische Militär mit, dass russische Truppen die Verteidigungsanlagen am Stadtrand von Myrnohrad durchbrochen hätten, wo heftige Straßenkämpfe andauern.

Ukrainischer Drohnenangriff auf Russland

In Budjonnowsk, Region Stawropol, Russische Föderation, haben ukrainische Drohnen in der Nacht zum 29. Oktober das petrochemische Werk Stavrolen angegriffen, das zum Lukoil-Konzern gehört, schreibt der Telegram-Kanal Astra. In der Stadt waren Explosionen zu hören. Astra veröffentlichte Aufnahmen der Explosion. Laut Zeugenaussagen wurde das Gebäude der Firma Stavrolen LLC getroffen, einem der Hauptproduzenten von Polyethylen und Polypropylen in Russland. Der Gouverneur der russischen Region, Wladimir Wladimirow, bestätigte den Angriff, erklärte aber, dass “kein nennenswerter Schaden entstanden” sei. Er behauptete, Opfer und Sachschäden seien “vermieden” worden. 

Astra meldet ferner einen nächtlichen Angriff auf die Ölraffinerie in Nowospasskoje, Gebiet Uljanowsk. Gouverneur Alexej Russkij bestätigte den Angriff und sprach von einem Brand, erwähnte die Raffinerie jedoch nicht.

Das Verteidigungsministerium des Aggressors Russland meldete, 100 Drohnen in der Nacht abgefangen zu haben. Die meisten (46) wurden in der Region Brjansk gesichtet. Das Ministerium gab außerdem die “Zerstörung” von sechs Drohnen in der Region Moskau bekannt, darunter vier, die “Richtung Moskau geflogen” seien, vier über dem Gebiet Uljanowsk, drei über der Region Mari El und zwei über dem Gebiet Stawropol.

Russische Medien berichten, dass 13 Flughäfen aufgrund des nächtlichen Angriffs geschlossen wurden – Saratow, Gelendschik, Pensa, Wladikawkas, Grosny, Samara, Krasnodar, Uljanowsk, Kasan, Tscheboksary sowie die Moskauer Flughäfen Scheremetjewo, Schukowskij und Domodedowo.

Ukraine bekommt Kampfboote aus Schweden und Norwegen

Die ukrainischen Seestreitkräfte haben neue Kampfboote des Typs Combat Boat 90 aus Schweden und Norwegen erhalten. Dies gab der Befehlshaber der Seestreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine, Vizeadmiral Oleksij Nejischpapa, am 29. Oktober bekannt. “Solche Boote sind bereits in unserer Flotte im Einsatz, und jetzt gibt es sogar noch mehr davon – auf der Grundlage dieser Ausrüstung wurde eine ganze Division gebildet”, erklärte er.

Die CB90 gehören zu den besten der Welt und werden in vielen Ländern eingesetzt, darunter auch in NATO-Mitgliedstaaten. Sie sind schnell, wendig und zuverlässig. Sie sind für eine Vielzahl von Aufgaben konzipiert: von der Landung von Personal und der Küstenverteidigung bis hin zur Patrouille und dem Schutz der zivilen Schifffahrt. Die Boote sind entsprechend den Anforderungen der modernen Seekriegsführung ausgerüstet, und die Besatzungen wurden umfassend geschult, um alle Fähigkeiten der Ausrüstung effektiv nutzen zu können. “Ich habe das Combat Boat 90 persönlich im Einsatz getestet. Ich bin überzeugt, dass diese Boote in den Händen unserer Soldaten zu einem mächtigen Werkzeug werden”, betonte Nejischpapa.