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1301. Kriegstag: Lage in Saporischschja, Entführung von Kindern nach Russland, Friedensplan-Umfrage

Heftiger Angriff auf Saporischschja

In der Nacht vom 15. auf den 16. September haben russische Truppen einen massiven Angriff auf Saporischschja durchgeführt. Infolge des Angriffs brachen Brände aus, Häuser und Autos wurden beschädigt und Zivilisten getötet und verletzt. Die Zahl der Opfer des russischen Angriffs auf Saporischschja sei auf 13 gestiegen, berichteten die Behörden vor Ort. Unter den Opfern befinden sich Kinder im Alter von vier und 17 Jahren, die unter ärztlicher Aufsicht stehen. Eine Person, ein 41-jähriger Mann, starb.

Was tun die Russen den jungen Ukrainern an und wie gestaltet sich ihr Schicksal?

Forscher haben die genaue, aber nicht endgültige Zahl der Einrichtungen genannt, in denen die Russen entführten ukrainischen Minderjährigen das Kämpfen und den Zusammenbau von Drohnen beibringen. Das berichtet das Portal NV unter Berufung auf einen Bericht des Humanities Research Lab der Yale University.

Demnach werden in mindestens 210 Einrichtungen in Russland und den vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine von den Russen entführte ukrainische Kinder einer sogenannten Umerziehung unterzogen. Dem Bericht zufolge nutzte die russische Regierung zu diesem Zweck Sommerlager, Sanatorien, Militärstützpunkte und in einem Fall sogar ein Kloster. In diesen Einrichtungen werden Kinder in Zwangsmilitarisierungsprogramme eingebunden, die Kampftraining und die Herstellung militärischer Ausrüstung für die russischen Streitkräfte, darunter auch Drohnen, umfassen.

Die Forscher analysierten Open-Source-Informationen, die meist aus Dokumenten und Erklärungen Russlands selbst bestehen, mithilfe der Sammlung und Analyse von Satellitenbildern. Diese Methodik erfasst den Anstieg der Bautätigkeit und die Ausweitung des Netzes von Institutionen, das sich vom Schwarzen Meer über Sibirien bis zur Ostküste des Pazifischen Ozeans erstreckt, über mehr als 56.000 Kilometer und 59 Regionen der Ukraine und der Russischen Föderation. 

Kateryna Raschewska, Expertin für internationales Recht und Rechtsanalyse am ukrainischen Regionalen Zentrum für Menschenrechte, erklärte gegenüber NV, dass 210 bei weitem nicht die endgültige Zahl sei und darin die vielen ähnlichen Umerziehungs-Einrichtungen in Belarus nicht berücksichtigt seien. Raschewska weist auch darauf hin, dass spätestens seit 2015 Kinder aus den sogenannten “Volksrepubliken Donezk und Luhansk” in dieselben Lager gebracht werden.

75 % der Ukrainer lehnen Moskaus “Friedensplan” zur Beendigung des Krieges ab

Einer Umfrage zufolge halten 75 Prozent der Ukrainer den von Russland vorgeschlagenen “Friedensplan” zur Beendigung des Krieges für völlig inakzeptabel. 74 Prozent der Bürger heißen den europäischen Friedensplan gut. Nur 17 Prozent der Ukrainer sind für den russischen Vorschlag. Dies sind die Ergebnisse einer Umfrage des Kyiv International Institute of Sociology (KIIS), die vom 2. bis 14. September durchgeführt wurde.

Die Soziologen haben die Bestimmungen des “Friedensplans” der Russischen Föderation beschrieben. Demnach sollen die USA und Europa alle Sanktionen gegen Russland aufheben, die russische Sprache muss einen offiziellen Status in der Ukraine erhalten, die Ukraine muss ihre Armee erheblich verkleinern und ihre Rüstung begrenzen, ferner muss die Ukraine dauerhaft auf eine NATO-Mitgliedschaft verzichten, und der Westen darf die Ukraine nicht länger mit Waffen versorgen. Zudem soll Russland das Recht bekommen, die Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu bestimmen und soll einer der Garanten für die Sicherheit der Ukraine werden. Die Ukraine soll ihre Truppen aus dem Teil der Region Donezk abziehen, den sie derzeit kontrolliert, also aus Kramatorsk, Slowjansk und anderen Städten. Außerdem verlangt Moskau, dass die Ukraine die Regionen Krim, Donezk und Luhansk offiziell als Teil Russlands anerkennt und  dauerhaft auf sie verzichtet. Russland soll die Kontrolle über die besetzten Teile der Gebiete Cherson und Saporischschja behalten. 

Gleichzeitig sind 74 Prozent der Ukrainer bereit, dem Plan von Europa und der Ukraine zuzustimmen (wenn auch meist ohne Begeisterung). Nur 15 Prozent lehnen ihn kategorisch ab. Auf regionaler Ebene lehnen 61 bis 80 Prozent der Befragten den russischen Plan ab. Stattdessen sind 72 bis 77 Prozent der Befragten bereit, den Plan Europas und der Ukraine zuzustimmen. Gleichzeitig würden 65 Prozent der Ukrainer es als Misserfolg der Ukraine betrachten, sollte Russlands Plan Wirklichkeit werden. Nur 7 Prozent würden ihn als teilweisen oder vollständigen Erfolg betrachten und weitere 19 Prozent würden ihn als 50/50-Erfolg und -Misserfolg betrachten. Im Falle des Europa-Ukraine-Plans würden 30 Prozent ihn mehr oder weniger als vollen Erfolg betrachten, weitere 44 % würden ihn als 50/50-Erfolg für die Ukraine betrachten. Nur 18 % würden ihn als Misserfolg der Ukraine betrachten. 

Die Umfrage wurde vom 2. bis 14. September 2025 durchgeführt. 1.023 Befragte ab 18 Jahren, die zum Zeitpunkt der Befragung auf dem von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebiet der Ukraine lebten, wurden per Telefoninterview auf der Grundlage einer zufälligen Stichprobe von Mobiltelefonnummern befragt. Die Stichprobe umfasste keine Einwohner von Gebieten, die vorübergehend nicht von den ukrainischen Behörden kontrolliert werden (ein Teil der Befragten sind Binnenvertriebene, die aus den besetzten Gebieten gezogen sind), und die Befragung wurde nicht mit Bürgern durchgeführt, die nach dem 24. Februar 2022 ins Ausland gegangen sind.