Kiew
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Das unsichtbare Bataillon: Ein Film über den Krieg im Donbass aus Sicht ukrainischer Frauen

Kiew, 09. Juni 2017.

Trotz Stereotypen beteiligen sich auch ukrainische Frauen am bewaffneten Konflikt im Donbass. Welche Rolle diese Frauen darin spielen, wird in dem Dokumentarfilm „Das unsichtbare Bataillon“ thematisiert.

Die Dreharbeiten für den Film „Das unsichtbare Bataillon“, der von der Beteiligung ukrainischer Frauen im Krieg im Donbass handelt, begannen 2017. Der Film soll im Oktober 2017 vorgestellt werden. Darin werden die Geschichten von sechs Frauen erzählt, die an dem bewaffneten Konflikt teilnahmen. Darüber berichtete Maria Berlinska, Autorin, Projektdirektorin von „Das unsichtbare Bataillon“ und Vorsitzende der Gesellschaftsorganisation „Institut für Genderprogramme“, während einer Pressekonferenz im Ukraine Crisis Media Center.

Das Projekt soll die Geschichten der Frauen dokumentieren und über ihren Kampf im Donbass berichten. Der Film soll Frauen die Tür öffnen, im Sicherheitsbereich tätig zu werden. Außerdem will er russische Desinformationen entlarven. Außerdem soll er russische Desinformation entlarven

Frauen beim Militär

„Berufssoldatinnen sind heute aufgrund der Gleichberechtigung eine äußerst wichtige Frage“, sagte Maria Berlinska. Dabei verwies sie auf die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Spezialisierung von Frauen an der Front und deren offizielle Tätigkeit. Diese Diskrepanz hat Einfluss auf die finanzielle Versorgung und Karrieremöglichkeiten. In manchen Fällen wurden Frauen als Scharfschützinnen oder Kampfpilotinnen eingesetzt, waren aber offiziell als Näherinnen oder Köchinnen eingestellt.

Filminhalt: Sechs Geschichten

Switlana Leschtschynska, die Regisseurin des Dokumentarfilms „Das unsichtbare Bataillon“, berichtete, dass jede der sechs Geschichten über die Protagonistinnen jeweils einen von sechs Aspekten im Leben des Landes erzählt, das sich im Krieg befindet. Eine dieser Geschichten widmet sich Olena Belozirska, die in einem ukrainischen Freiwilligenbataillon kämpfte und über ihre Erfahrungen im Stellungskrieg erzählt.

Die Geschichte von Julia Pajewska handelt von der schwierigen Realität der Evakuierung von Verwundeten an der Front. Andriana Susak erzählt von der Diskriminierung von Frauen an der Front.

Bei der Geschichte von Oxana Jakubowa geht es über die Rehabilitierung von Soldaten, die aus dem Krieg zurückkamen. Alina Horlowa, die Regisseurin dieses Teils ist, betonte dabei die Notwendigkeit, das Reha-System zu reformieren.

Der Film wird reale Geschichten von Frauen erzählen, die im Krieg an vorderster Front waren. Die Regisseurinnen versuchen, im Film keinen überschwänglichen Patriotismus darzustellen.

Kein Bürgerkrieg, sondern russische Besatzung

„Durch diesen Film wollen wir die Welt daran erinnern, dass es in der Ukraine keinen Bürgerkrieg gibt, sondern dass es sich um eine russische Besatzung handelt. Und mit den Frauen wird es bedeutend einfacher und verständlicher sein, dies zu zeigen. Deshalb, weil sich die Welt bereits an Kinder im Krieg gewöhnten. Und die Welt wird darauf  bedeutend empathischer reagieren“, meinte die Projektautorin.

Der Film soll nach der Ausstrahlung im nationalen Fernsehen auch auf Filmfestivals aufgeführt werden.

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